kleinPK Antidiskriminierungsbericht 2019_21102020 (c) Peter Dreschler

Stadtrat Kurt Hohensinner, Landesrätin Doris Kampus, Daniela Grabovac (Antidiskriminierungsstelle Steiermark) und der Künstler Tom Lohner (v.l.) Fotos: Peter Drechsler

Der steirische Künstler Tom Lohner gestaltete passend dazu die Titelseite des Berichts unter dem Titel „Be all you want to be“.

Der steirische Künstler Tom Lohner gestaltete passend dazu die Titelseite des Berichts unter dem Titel „Be all you want to be“.

Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, Daniela Grabovac: „Genau darum geht es. Transgender-Personen sind Vorbilder für unsere Gesellschaft, weil sie selber über ihre Identität entscheiden. Wir müssen den Menschen Mut machen, zu sich selbst zu stehen und das zu sein, was sie sein wollen. Das ist ein riesiges Zukunftsthema.“

Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, Daniela Grabovac: „Genau darum geht es. Transgender-Personen sind Vorbilder für unsere Gesellschaft, weil sie selber über ihre Identität entscheiden. Wir müssen den Menschen Mut machen, zu sich selbst zu stehen und das zu sein, was sie sein wollen. Das ist ein riesiges Zukunftsthema.“

Diskriminierung wegen sexueller Orientierung im Steigen

Freitag, 23. Oktober 2020

Antidiskriminierungsstelle Steiermark veröffentlicht aktuellen Bericht

„Es sind nicht die meisten Fälle, aber sie sind so extrem“, spricht die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, Daniela Grabovac, bei der Präsentation des Jahresberichts 2019 das im Fokus stehende Thema der Sexuellen Diskriminierung vor allem von Transgender-Personen an. Da geht es um jene Menschen in unserer Gesellschaft, die zwischen den Geschlechtern leben. Im aktuellen Jahresbericht ist vor allem ein Anstieg der Fälle von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität auffallend – diese haben sich im Vergleichszeitraum zum Vorjahr beinahe verdoppelt. „Die Fälle haben zudem eine bedenkliche Dimension erreicht – auch was die sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit betrifft. Und die Dunkelziffer ist vermutlich um einiges höher“, so Grabovac.

Berichtet wird von bürokratischen Hürden für Transgender-Personen bei Aufenthalten in Gesundheitseinrichtungen bis hin zu sexuellen Übergriffen und Gewalt im öffentlichen Raum. Mit einem Anteil von 6,11 Prozent aller im Berichtsjahr gemeldeten Fälle liegt der Diskriminierungsgrund „Sexuelle Ausrichtung“ zwar „nur“ im Mittelfeld, aufgrund der aktuellen Steigerung sieht Grabovac aber dringenden Handlungsbedarf. „Für die betroffenen Personen bedeutet das oft eine große psychische Herausforderung. Hier ist eine umfassende Aufklärungsarbeit notwendig“, so Grabovac.

Einen ersten (kleinen) Teil dazu trägt der aktuelle Jahresbericht der Stelle bei, der sich im ­Rahmen eines Schwerpunkts mit dem Thema Transgender auseinandersetzt. Der steirische Künstler Tom Lohner gestaltete passend dazu die Titelseite des Berichts unter dem Titel „Be all you want to be“. Grabovac: „Genau darum geht es. Transgender-Personen sind Vorbilder für unsere Gesellschaft, weil sie selber über ihre Identität entscheiden. Wir müssen den Menschen Mut machen, zu sich selbst zu stehen und das zu sein, was sie sein wollen. Das ist ein riesiges Zukunftsthema.“

Insgesamt gingen im Berichtsjahr 2019 zusammengerechnet 2538 Anfragen und Meldungen bei der Antidiskriminierungsstelle Steiermark ein. Auf der einen Seite stehen 712 Anfragen, die im Jahr 2019 direkt an die Antidiskriminierungsstelle Steiermark gerichtet wurden. Andererseits gingen innerhalb dieses Jahres auch 1826 Meldungen über BanHate ein, also über jene mobile App, mit der Hasspostings plattformunabhängig auf sozialen Netzwerken und anderen Medien gemeldet werden können.

Die häufigsten Diskriminierungsgründe bei den direkten Anfragen sind die ethnische Herkunft (37,96 Prozent), die Religion (14,63 Prozent) sowie das Alter (10,37 Prozent) – gemeinsam machen sie mehr als 60 Prozent aller in der Steiermark gemeldeten Diskriminierungen aus. Tatort Nummer1 für Diskriminierungen und Hass bleibt weiterhin der öffentliche Raum sowie das Internet.

Künstler Tom Lohner schließt die Präsentation mit einem Zitat: „Eines haben mich schon meine Eltern gelehrt: Behandle jeden so, wie du selbst auch behandelt werden willst.“