01_Luser_Constantin_Portrait

Constantin Luser *1976 in Graz. 1995-1999 FH Industrial Design in Graz, 1999-2001 Akademie der bildenden Künste, Wien, Konzeptionelle Kunst bei Renee Green, 1999-2003 Universität für Angewandte Kunst, Wien, Visuelle Medien bei Brigitte Kowanz. Lebt und arbeitet in Wien. Foto: Markus Rössle

Q5 Gorilla, 2020. Messing gelötet und lackiert, 47cm x 58cm x 24cm
Foto: kunst.dokumentation / Manuel Carreon Lopez | Courtesy Galerie Klüser/DE

Q5 Gorilla, 2020. Messing gelötet und lackiert, 47cm x 58cm x 24cm Foto: kunst.dokumentation / Manuel Carreon Lopez | Courtesy Galerie Klüser/DE

v.l.: Günter Schönberger, Geschäftsführer der Stiftungspartnerin Bildrecht, Dagmar Chobot, Initiatorin und Preisstifterin, Constantin Luser, Preisträger, Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2020. Foto: Eva Kelety, / Dagmar Chobot Skulpturenpreis

v.l.: Günter Schönberger, Geschäftsführer der Stiftungspartnerin Bildrecht, Dagmar Chobot, Initiatorin und Preisstifterin, Constantin Luser, Preisträger, Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2020. Foto: Eva Kelety, / Dagmar Chobot Skulpturenpreis

Return to Sender, 2016. Trompete und Messing poliert, 160cm x 160cm x 160cm. Foto: Carolina Frank | Sammlung der Stadt Wien/AT

Return to Sender, 2016. Trompete und Messing poliert, 160cm x 160cm x 160cm. Foto: Carolina Frank | Sammlung der Stadt Wien/AT

spatial drawing, 2020. Messing lackiert auf Spiegelzeichnung, 40cm x 35cm x 8cm. Foto: kunst.dokumentation / Manuel Carreon Lopez

spatial drawing, 2020. Messing lackiert auf Spiegelzeichnung, 40cm x 35cm x 8cm. Foto: kunst.dokumentation / Manuel Carreon Lopez

Skulpturenpreis für den Grazer Constantin Luser

Dienstag, 27. Oktober 2020

Preisstifterin Dagmar Chobot und Bildrecht-Geschäftsführer Günter Schönberger vergeben den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2020’ an Constantin Luser. Der Nominierungspreis würdigt die vielfältigen Präsentationen des Künstlers, die von der raumgreifenden Wand- und Spiegelzeichnung sowie dreidimensionalen „Drahtzeichnung“, zur bespielbaren Musikskulptur reichen und der Übersetzung der Linie in den Raum nachgehen. Der Preis ist mit Euro 10.000 dotiert. Neben Constantin Luser waren Julia Haugenender, Liesl Raff, Werner Reiterer, Toni Schmale und Anne Speier für den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2020‘ vorgeschlagen.

Initiatorin und Preisstifterin Dagmar Chobot: „Die Galerie Chobot hat sich vor fast 40 Jahren hauptsächlich mit den Künstlern der Wotruba-Schule und Zeitgenossen als Skulpturengalerieder späten Moderne positioniert. Die barocke Verspieltheit bei Wander Bertoni, die Addition skulpturaler Elemente zu einem großen Ganzen bei Bruno Gironcoli, der markante Formalismus bei Andreas Urteil – als das ist dem Werk von Constantin Luser irgendwie kohärent, aber mit Luser spricht ein Künstler aus seiner eigenen Zeit, oder besser gesagt: hier entspricht ein Künstler mit Eigenheit seiner Zeit.“

Günter Schönberger, Geschäftsführer der Stiftungspartnerin Bildrecht ergänzt: „Die Leichtigkeit des Seins ins Feld der Skulptur übersetzt – so wäre Constantin Lusers Oeuvre auch beschreibbar. Seine filigranen Raumgewebe und von Poesie und Witz getragenen Skulpturen haben die Jury überzeugt. Luser hält die Waage zwischen gekonnter Formsetzung und intelligenter Erzählung und führt mit experimentellem Forschergeist und subtiler Radikalität den Betrachter zu überraschenden Seherlebnissen.“

Der Grazer Constantin Luser, ein Pendler zwischen Mikro- und Makrostrukturen und mit Humor operierender Fallensteller, erschafft unter dem Deckmantel konstruierter Funktionalität assoziationsreiche Kunst: Chiffren für (organische) Vorgänge jenseits der Realität. Linien, Wörter, Symbole, abstrakte und figurative Elemente verdichten sich in seinen Arbeiten zu mitunter bizarren Bildwelten zwischen Wirklichkeit und Imagination. Lose von der Decke hängende Drahtskulpturen geben als bloße Linien im Raum nur schemenhafte Andeutungen. Werke wie etwa das Trommeliglu, der Vibrosaurus oder das Rotationsquintett laden das Publikum ein, sich selbst musikalisch zu betätigen. Der Künstler kombiniert in seinem Werk die dreidimensionale „Drahtzeichnung“ und die raumgreifende Wandzeichnung mit der bespielbaren Musikskulptur, in der er Musikinstrumente verformt, erweitert und seine zeichnerische Welt in einen akustischen Denkraum übersetzt. Wie ein roter Faden ziehen sich dabei die Linie und das Spiel mit Raum, Volumen und Zwischenräumen durch Lusers Schaffen.

Sowohl Skulpturen aus Messingdraht als auch seine aktuellen, auf Spiegeln ausgeführten Glasmalereien visualisieren eine zeichnerische Gedankenwelt und die Weiterentwicklung der Werke von der Fläche in den Raum. So entstehen Raumzeichnungen, die in den Augen der Betrachtenden nochmals transformiert werden: Beim Umschreiten der Objekte und Variieren der Blickwinkel entstehen unzählige neue Linienkonstellationen, die zum Erforschen eigener Sehgewohnheiten einladen. Aktuell sind Werke von Constantin Luser noch bis 28. Oktober in einer umfassenden Einzelausstellung im Bildraum Bodensee in Bregenz zu sehen.