kleinWie u Dre Rosa Fischer II

Autorin Christine Wiesenhofer und Landesrat Christopher Drexler bei der Präsentation des Buches. „Es gibt viele Eigenschaften, die Rosa Fischer auszeichnen: scharfsichtige Beobachtungsgabe, Mut, Empfinden für Ungerechtigkeit, Naivität, Glaube an das eigene Wahrnehmen und die eigene Stärke. Gefühl für soziale Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten. Rosa Fischer war eine bemerkenswerte Frau, die ihr Leben selbst in die Hand genommen hat. Sie hat die Enge ihres bäuerlichen Milieus hinter sich gelassen und es erreicht, sich durch ihr Schreiben eine gewisse finanzielle Absicherung und Unabhängigkeit zu schaffen.“ (Wiesenhofer). Foto: zVg

Kleinbauerndirndl, Schriftstellerin, Weltbürgerin

Montag, 02. November 2020

Unter diesem Titel präsentiert die Steiermärkisches Landesbibliothek (LB) in ihrer Reihe „Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek“ als Band 45 die spannende und außergewöhnliche Biografie Rosa Fischers, einer oststeirischen – von Peter Rosegger geförderten – Dichterin.

Von der oststeirischen Provinz nach Oakland, Kalifornien, vom lese- und schreibbegeisterten jungen Mädchen aus einfachen bäuerlichen Verhältnissen zur meistpublizierten Autorin ihrer Zeit im Heimgarten – Rosa Fischer, 1868–1942, war eine bemerkenswerte Frau.

Das Buch zeichnet anhand ihrer Briefe an Peter Rosegger – mit dem sie in regem Briefwechsel stand und den sie auch einige Male persönlich traf – und diverser anderer Briefe und Zeitdokumente das Leben dieses „Kleinbauerndirndls“ (© Peter Rosegger) nach. Zeigt ihr zähes Ringen um Anerkennung und Erfolg, ihre Ängste, Träume und Sehnsüchte, ihre kämpferische Natur und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre tiefe Religiosität und folgt ihr über Wien und Berlin bis nach Amerika. Rosa Fischer dokumentierte das Leben der Bauern und einfachen Leute der Oststeiermark und zeichnete ihre Sitten und Gebräuche auf. Sie war aber auch äußerst interessiert am sozialen und politischen Geschehen ihres jeweiligen Umfeldes. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schaffte sie es bis in den San Francisco Examiner, der einen langen offenen Brief über ihre Gedanken zum Ersten Weltkrieg abdruckte.