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Foto: Klipp/Pixabay

Volle Kirchen gab es zuletzt wegen Corona nicht. Immerhin 781.081 SteirerInnen sind Mitglieder der katholischen Kirche. Foto: Sonntagsblatt, Gerd Neuhold

Volle Kirchen gab es zuletzt wegen Corona nicht. Immerhin 781.081 SteirerInnen sind Mitglieder der katholischen Kirche. Foto: Sonntagsblatt, Gerd Neuhold

Weniger Kirchenaustritte

Samstag, 16. Januar 2021

Rund 781.000 Katholiken in der Steiermark

Mit Stichtag 31. Dezember 2020 gibt es in der Steiermark 781.081 Katholikinnen und Katholiken; das sind 1,6% weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt somit aktuell bei rund 63%.

Im Jahr 2020 traten 9821 Personen aus der katholischen Kirche in der Steiermark aus. Das sind um 15% weniger als im Vorjahr (1796 Austritte weniger). Diese Tendenz mag positiv erscheinen. Dennoch sinke die Zahl der KatholikInnen bedauerlicherweise weiter, so Thomas Stanzer, Sprecher der Diözese Graz-Seckau: “Uns tut es um jede und jeden leid, die oder der unsere Gemeinschaft verlässt und es ist uns wichtig zu betonen, dass die Katholische Kirche Steiermark natürlich für alle da ist, die Hilfe brauchen – sei es ganz konkret über unsere Caritas oder in Form von spiritueller Begleitung oder mit vielen weiteren Angeboten.”

Gründe
Im Jahr 2020 sind die Austrittszahlen um rund 15% gesunken. Insgesamt zeigt sich zwar weiterhin der gesamtgesellschaftliche Trend einer loseren Kirchenbindung, gleichzeitig wird durch die im Vergleich zu den Vorjahren geringeren Austrittzahlen aber auch das Festhalten vieler Menschen am Glauben in diesem herausfordernden Krisenjahr sichtbar. “Vielen ist in diesem Jahr das caritative und spirituelle Engagement der Kirche positiv aufgefallen. Auch die Bedeutung der Gemeinschaft ist in Zeiten von Isolation und Distanz wieder bewusster geworden”, sagt Edith Wieser, Leiterin der Kirchenbeitragsstelle der Diözese Graz-Seckau. Aus Rückmeldungen wisse man, dass der Einsatz der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge und der Seelsorgerinnen und Seelsorger, die im Frühjahr über die eingerichtete „Du bist nicht allein”-Hotline für Gespräche zur Verfügung standen, vielen Menschen in unserem Land Halt gegeben haben.

Besonders spannend und auch ermutigend waren die Gespräche mit Ausgetretenen, die von vornherein wenig Bezug zur Kirche hatten. Hier seien immer wieder lange und sehr wertvolle Gespräche entstanden. “Das zeigt uns, dass den Menschen der Glaube nicht egal ist. Die Auseinandersetzung mit dem Glauben ist gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je”, so Wieser.

Maßnahmen
Bei einem Austritt sucht die Kirchenbeitragsstelle (Projekt Pastorale Initiative) telefonischen Kontakt mit jenen, die der katholischen Kirche den Rücken kehren. “Aus den vergangenen Jahren haben wir mitgenommen, dass die Qualität in der Seelsorge maßgeblich für das Verhältnis der Menschen zur Kirche ist”, sagt Edith Wieser. Im Jahr 2020 habe man darauf ganz besonders geachtet. Wichtig sei das Dasein, das Zuhören und das Ernstnehmen der Sorgen und Nöte der Menschen. In den Lockdown-Monaten habe sich vieles in den digitalen Raum verschoben und die Kirche hat sich bemüht, präsent und da zu sein. Viele Pfarren, Seelsorgerinnen und Seelsorger haben das kreative Potential ausgeschöpft und den Kontakt mit den Menschen gehalten oder neue geknüpft. So hat sich an vielen Orten ein großer Schritt in Richtung einer neuen, “virtuellen Seelsorge” aufgetan, die ehrlich und liebevoll bei den Menschen ist und sie begleitet. Daran will die katholische Kirche Steiermark weiterarbeiten und sowohl den realen aber wohl auch den digitalen Raum gut nutzen.