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Foto: Klipp / Pixabay

Bananen oder Schuhe?

Donnerstag, 04. Februar 2021

Wo liegt der Unterschied, ob ich Bananen oder ein Paar Schuhe kaufe? Die Geschäfte im Handel sind aber zu und öffnen erst mit strengen Auflagen kommende Woche.

Dabei ist der Abstand von einem Kunden zum anderen in einem Schuhgeschäft sicher größer, als der in einem Lebensmittelgeschäft. Der Abstand in einem Supermarkt – natürlich mit Maske – soll zwei Meter betragen. Polizei würde dort nahezu pausenlos Kunden anzeigen und bestrafen müssen. Denn der Abstand von zwei Metern wird nicht eingehalten. Er wird auch nicht kontrolliert. Es gibt zwar Sicherheitspersonal, aber die schreiten nicht ein – das wäre ja auch gegen das Geschäft. Sie blicken zwar aufmerksam über die Köpfe hinweg. Aber was sollen sie auch wirklich tun? Da wären ja der Konflikt und die mögliche Gewalt schon geschürt. In anderen Geschäften wird der Kundenzugang beschränkt, werden zwei Meter Abstand gefordert. Wer ihn nicht erfüllt oder dagegen verstößt, der kann mit Anzeigen und Strafen rechnen.

Und beim Supermarkt? Wenn ich mir aus dem Tiefkühlregal was raushole, greift neben mir ein anderer zu seinem Wunschnahrungsmittel. Wenn ich beim Gebäck mir Semmeln oder sonstwas hole, steht neben mir jemand, nicht einmal einen Meter entfernt, der sich ebenfalls bedient. Und hinter mir fahren Kunden vorbei – keine Rede von einem Zwei-Meter-Abstand. In etlichen Geschäften ist das räumlich gar nicht möglich. Also was soll man da von den Auflagen halten und den Maßnahmen? Wenn sie dort seit Monaten nicht wirklich überprüft oder auch geahndet werden.

Was wäre mit dem Vorschlag, die Kunden dort alle testen zu lassen und auch das Kontakttracing einzusetzen? Kommt man zum Ergebnis, dass es trotz dieser Nähe untereinander zu keinen erhöhten oder gar keinen Infektionen kommt, dann wäre das eine tolle und hoffnungsvolle Erkenntnis – und würde die letzten Zweifel nehmen, dass Skilaufen, Rodeln, Eislaufen oder Wandern in der frischen Luft noch einmal um einige Potenzen ungefährlicher ist. Was einem eigentlich der gesunde Menschenverstand sagt.

Nichts dagegen, wenn sich Kanzler Kurz und seine Gesinnungsfreunde (türkis und grün) um die Wirtschaft und um die Arbeitsplätze Sorgen machen. Selten bis gar nicht hört man, dass auch die Familien und die Jugendlichen zumindest gleich wichtig in unserer Gesellschaft sind – wo kümmert sich die Regierung wirklich um diese? Familienministerin Raab wird bald selbst eine erweiterte Familie haben. Ob Kurz und die Seinen sich dann um sie kümmern?

Die getroffenen Corona-Maßnahmen sind kein „Schwachsinn“, aber sie sind irgendwie kurzsichtig.