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Fotos: Klipp/Pixabay

Es wird zur Diskussion kommen: Bist du schon geimpft – und womit? Mit Pfizer Biontech oder mit Bayer CureVac oder mit Astrazeneca oder mit dem chinesischen Sinovac oder gar mit dem russischen Sputnik.

Es wird zur Diskussion kommen: Bist du schon geimpft – und womit? Mit Pfizer Biontech oder mit Bayer CureVac oder mit Astrazeneca oder mit dem chinesischen Sinovac oder gar mit dem russischen Sputnik.

Die Spritze besiegt jedenfalls das Virus.

Die Spritze besiegt jedenfalls das Virus.

Politik muss auch Antworten auf „Leid“ geben

Donnerstag, 11. Februar 2021

Treffen Sie am besten niemanden.“ Dieser Satz von Bundeskanzler Sebastian Kurz zeigt, dass er kein „G’spür“ für Emotionen zeigt, die über das Leid seiner Familie und seinem Umfeld hinaus gehen. Es wird ihm nicht bewusst, in welchem psychischen Notstand er (ältere und alte) Menschen bringt, die in ihm eine politische Autorität sehen und dadurch in einem großem Dilemma stehen. Kanzler Kurz, der 24 Stunden lang Kontakte mit Menschen hat, kann sich überhaupt nicht hinein denken in jene, die aufgrund seiner Empfehlung mit niemandem Kontakt haben, nicht einmal mit den nächsten Freunden und Angehörigen einen Kontakt pflegen sollen. Obwohl der 34-jährige schon durch seinen Expertenstab weiß, dass die soziale Distanz und die fehlenden persönlichen Kontakte zu großem Leid führt und auch Krankheiten verursacht – nicht weniger schwerwiegend, als die Sorge um die Infektionszahlen.

Impfungen bringen Erleichterungen
Impfen ist eine sehr intime Sache. Und da gibt es welche, die meinen, in der Rolle der Angstmacher zu agieren oder als Motivatoren. Hermann Schützenhöfer und seine Aussage: „Manchmal muss man die Menschen zu ihrem Glück zwingen.“ Diese Forderung nach einer Impfpflicht war nicht gerade hilfreich.

Mittlerweile ist das Stachelsymbol von Corona abgelöst von der Impfnadel. Diese ist im Fernsehen und auf Fotos allgegenwärtig. Als müsste uns erst gezeigt werden, wie eine Impfung vor sich geht. Nicht gerade einfalls- und hilfreich. Was soll der Anblick der Impfnadel beim Einstich ins wenig attraktiv wirkende, oft schwabbelige Fleisch des Oberarms bewirken? Es soll symbolisch gezeigt werden – die Nadel, die da in Menschenfleisch eindringt und keinen Schaden anrichtet. Offensichtlich soll die Nadel die Metapher sein für einen möglichen Wirtschaftsaufschwung, dem Ende des Lockdowns oder was immer. Auf jeden Fall verspricht sie Zukunft, Gesundheit und Fürsorge.

Als Signal gilt auch jetzt: Die Nadel versinkt ins Muskelgewebe meist älterer Menschen und bewahrt sie so vor dem Tod oder ermöglicht ihnen, wieder den normalen Kontakt mit ihren Freunden oder Familienangehörigen. Das wird man in den nächsten Monaten noch tausende Male im Fernsehen oder auf Fotos in den Printmedien zeigen.

Es wird zur Diskussion kommen: Bist du schon geimpft – und womit? Mit Pfizer Biontech oder mit Bayer CureVac oder mit Astrazeneca oder mit dem chinesischen Sinovac oder gar mit dem russischen Sputnik. Der Name „Impflinge“ sagt es schon aus: Es handelt sich dabei um Personentypen wie Säuglinge oder Lehrlinge.

Die Spritze besiegt jedenfalls das Virus. Der Vorgang des Impfens, der dauernd gezeigt wird, soll sagen: „Das Hineinstechen tut überhaupt nicht weh. Das Ansehen vielleicht noch mehr als der Vorgang.“ Die Impfung besiegt das Virus, verhindert Tote und der direkt so oft es geht gezeigte Impfvorgang soll Transparenz dokumentieren. Da wird nichts verhüllt, nichts umschrieben, nichts hinter einem Vorhang gemacht. Stich für Stich bedeutet, dass die Nadel Zukunft bringt.

Ob und welche Nebenwirkungen oder „Nicht-Wirksamkeit“ die Impfung für die Bevölkerung bringt, darüber wird jetzt heftig diskutiert. Es bleibt zu hoffen, dass jene Recht behalten, die meinen, alles sei sicher und ungefährlich für die Impflinge.