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Georg Polics Behandlung muss (kostenlos) fortgesetzt werden. Foto: zVg (Prutsch)

Die Grazer Anwältin Karin Prutsch setzt sich derzeit in acht weiteren Fällen für Patienten ein, die an dieser seltenen Muskelschwund-Krankheit leiden. Foto: Schedl

Die Grazer Anwältin Karin Prutsch setzt sich derzeit in acht weiteren Fällen für Patienten ein, die an dieser seltenen Muskelschwund-Krankheit leiden. Foto: Schedl

Recht auf 77.000-Euro-Spritze

Donnerstag, 15. April 2021

Wenn das weitere Leben von einem Rechtsstreit abhängt

Die Grazer Anwältin Karin Prutsch vertritt den heute 15-jährigen Georg Polic. Er leidet an einer seltenen Muskelschwundkrankheit (spinale Muskelatrophie Typ 2). Diese beeinflusst sein Leben auf dramatische Art. Sie erschwert ihm das Atmen, das Schlucken und damit das lange Sitzen. Helfen für sein Weiterleben kann zur Zeit nur die Behandlung in Form einer Spritze. Diese kostet allerdings 77.000 Euro. KAGes-Chef Karlheinz Tscheliessnigg genehmigte diese Behandlung nicht, weil das Medikament bei Erwachsenen noch nicht medizinisch anerkannt sei. Im Umkehrschluss heißt das, die Wirksamkeit der Behandlung sei damit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch nicht entsprechend nachgewiesen. Das führte zum Rechtsstreit.

Anwältin Karin Prutsch erreichte im Vorjahr eine einstweilige Verfügung. Mit dieser musste die KAGes die Behandlung durchführen. Nicht unwesentlich in diesem Zusammenhang ist, dass die behandelnden Ärzte sehr wohl von der Wirksamkeit des Spritzen-Medikaments überzeugt waren und sind, nicht jedoch die KAGes-Chef-Etage. Gegen diese einstweilige Verfügung legte die KAGes Berufung ein. Das Oberlandesgericht Graz lehnte diese ab. Georg Polics Behandlung muss daher (kostenlos) fortgesetzt werden.

Während des Rechtsstreits gelang es Anwältin Karin Prutsch, über private Spender die Spritzen-Therapie für Georg Polic auf die Beine zu stellen. Diese wurde ihm mit gutem Erfolg in Linz verabreicht.

Georg Polics Familie hätte sich den Rechtsbeistand finanziell nicht leisten können. Anwältin Prutsch übernahm den Fall dennoch. Sämtliche Kosten für Gerichtsgebühren, Sachverständige und Anwälte (auch das Honorar von Karin Prutsch) muss nun die KAGes tragen. Die Grazer Anwältin setzt sich derzeit in acht weiteren Fällen für Patienten ein, die an dieser seltenen Muskelschwund-Krankheit leiden. Die Kosten insgesamt werden von Karin Prutsch in allen Fällen auf rund 300.000 Euro geschätzt.

Die KAGes hält fest, dass vor Gericht erwirkten Behandlungen bei den Patienten weiter erfolgen werden. „Ob weitere Rechtsmittel ausgeschöpft werden, wird derzeit noch rechtlich geprüft“, so die KAGes.

PS: Unwillkürlich drängt sich einem die Frage auf, wie sich KAGes-Chef Karlheinz Tscheliessnigg verhielte, würden der junge Patient aus seinem familiären Umfeld kommen.