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Generell gilt: „Wenn man das Gefühl hat, schlechter zu hören oder ein Pfeifen im Ohr feststellt, ist ein Gang zum HNO-Arzt unerlässlich – je früher, desto besser", empfiehlt der Neuroth-Hörakustiker. Bei einem Tinnitus sei es besonders wichtig, Strategien zu entwickeln, um ihn auszublenden: „Ist eine Hörminderung die Ursache, können Hörgeräte nicht nur dabei helfen, das eingeschränkte Hörvermögen zu verbessern, sondern auch die lästigen Geräusche zu überlagern.“ Auch ein Hörtraining kann nützlich sein, um Ohrengeräusche im Alltag in den Hintergrund zu rücken – genauso wie Übungen zur Stressbewältigung und Entspannung. Foto: Shutterstock

Experten empfehlen einen regelmäßigen Hörtest. Foto: Neuroth.

Experten empfehlen einen regelmäßigen Hörtest. Foto: Neuroth.

Ein individueller Gehörschutz dämpft Lärm, ohne das Sprachverstehen zu beeinflussen. Foto: Neuroth

Ein individueller Gehörschutz dämpft Lärm, ohne das Sprachverstehen zu beeinflussen. Foto: Neuroth

„Tag gegen Lärm“

Mittwoch, 28. April 2021

Kopfhörer im Homeoffice & Co.: Wie zu viel Lärm die Ohren belastet

Jeder Fünfte leidet unter Lärm. Und die Lärmbelastung im täglichen Leben nimmt stets zu – ein Risiko, dem sich vor allem auch Jugendliche wegen zu lauter Musik immer häufiger aussetzen. Auch zu langes Kopfhörer-Tragen im Homeoffice kann für unsere Ohren auf Dauer belastend sein. Häufige Folge der Dauerbeschallung: ein Tinnitus. Zum „Tag gegen Lärm“ beantwortet ein Hörakustik-Experte von Neuroth die wichtigsten Fragen und Antworten.

1. Was sind die größten Lärmquellen in unserem Alltag?
Jeder Fünfte in Europa leidet unter gesundheitsschädlichem Lärm. Vor allem zu viel Umgebungslärm bleibt laut der Europäischen Umweltagentur EEA ein weit verbreitetes Problem – auch in Österreich. Der Straßenverkehr stellt die Hauptlärmquelle dar, gefolgt von Schienenverkehr, Flugverkehr und Industrie. „Lärm ist in unserem Alltag allgegenwärtig, wird aber nach wie vor unterschätzt. Deshalb nehmen wir oft gar nicht mehr bewusst wahr, dass ständige Lärmbelästigung unser Gehör auf Dauer gefährden kann. Das Thema verlagert sich vom Arbeitsplatz auch zunehmend in den privaten Bereich“, sagt Andreas Grill, Hörakustikmeister und Hörtrainer des Hörakustikspezialisten Neuroth. Das reicht vom Musikhören über das Heimwerken bis zum Motorradfahren.

2. Ob im Homeoffice oder beim Musikhören: Inwieweit können Kopfhörer dem Gehör schaden?
Stundenlange Telefon- und Videokonferenzen können sich auf das Gehör schlagen – genauso wie zu langes bzw. lautes Musikhören über Kopfhörer. „Vor allem zu Corona-Zeiten tragen viele im Homeoffice über längeren Zeitpunkt Kopfhörer. Umso wichtiger ist es, seinen Ohren zwischendurch auch gewisse Pausen zu gönnen und auf die richtige Lautstärke zu achten“, sagt Grill.

Zu lautes Musikhören sei vor allem auch ein Risiko, dem sich im Alltag immer mehr Kinder und Jugendliche aussetzen. Musik über In-Ear-Kopfhörer erreicht oft Spitzen bis zu 110 dB. Die kritische Grenze liegt ab einer gewissen Dauer bei 85 Dezibel. Laut WHO gefährdet mehr als 1 Milliarde Jugendlicher und junger Erwachsener zwischen 12 und 35 Jahren – das sind rund 50 Prozent – wegen zu lauter Musik ihr Gehör. Dass auch immer Jüngere gewisse Hörprobleme haben, kann der Hörakustik-Experte bestätigen.

3. Wie kann sich zu viel Lärm auf die Gesundheit auswirken?
„Lärmschwerhörigkeit ist die zweithäufigste Art einer Hörminderung nach der Altersschwerhörigkeit und in Österreich die häufigste Berufskrankheit“, sagt Grill. Dabei knicken die feinen Haarzellen im Innenohr wie Streichhölzer und sterben ab. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Hörminderung. Das Hören wird dumpf, das Sprachverstehen wird schwierig. Oft geht auch ein Tinnitus – sogenanntes Ohrensausen bzw. -pfeifen – damit einher.

Auch die psychischen und körperlichen Auswirkungen von Lärm sind vielfach belegt. „Ab einer Lärmbelastung von rund 55 Dezibel fällt die Konzentration bereits immer schwerer. Ein Lärmpegel ab 85 Dezibel – zum Beispiel Straßenverkehr – wird bei längerer Belastung zum Gesundheitsrisiko“, erklärt der Neuroth-Hörakustiker. Mögliche weitere Folgen sind z.B. ein erhöhter Stresspegel, Bluthochdruck, Schlafstörungen oder ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Fazit: „Nicht nur die Ohren leiden unter Lärm, sondern der gesamte Körper“, sagt Grill.

4. Wie kann man sich generell im Alltag vor Lärm schützen?
Unsere Welt wird immer schneller, bunter und lauter. Deshalb wird es immer wichtiger, sich der täglichen Lärmbelastung bewusst zu werden und vorzusorgen. Man sollte dem Gehör regelmäßige Ruhepausen gönnen. Einmal im Jahr sollte man außerdem einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker machen. „Für den Alltag gibt es verschiedene Gehörschutzlösungen, die unsere Ohren entlasten – egal, ob bei der Arbeit, beim Handwerken oder auch beim Sport“, sagt Grill.

„Optimal sind maßgefertigte Gehörschutz-Lösungen, die individuell ans Ohr angepasst werden und deshalb besonders angenehm zu tragen sind“, sagt Grill. Der große Vorteil ist ein spezieller Filter: „Die Umgebungsgeräusche werden dadurch lediglich gedämpft. Das heißt, Stimmen und Warnsignale können trotz Gehörschutzes problemlos wahrgenommen werden“, sagt der Hörakustik-Experte.

5. Was kann man im Falle eines Tinnitus tun?
Ein Tinnitus (lateinisch „tinnire“, d.h. „klingeln“) ist ein immer weiter verbreitetes Phänomen, unter dem laut Schätzungen der Österreichischen Tinnitus Liga (ÖTL) etwa 800.000 bis eine Million Menschen in Österreich leiden. In Europa sollen insgesamt rund 42 Millionen Menschen von einem chronischen Tinnitus betroffen sein. „Ein Tinnitus ist oft die Folge einer Hörminderung oder einer zu hohen Lärmbelastung. Zum Beispiel, wenn man sich dauerhaft in lauter Umgebung aufhält oder bei zu großer plötzlicher Lärmeinwirkung, wie etwa einem Knall“, sagt Andreas Grill, Neuroth-Fachinstitutsleiter in Graz. Laut Medizinern kann es aber auch viele weitere Ursachen geben, wie z.B. zu viel Stress, Verspannungen oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Laut einer neuen Metaanalyse von Forschern der Universität Manchester und des NIHR Manchester Biomedical Research Centres kann auch eine Corona-Infektion negative Auswirkungen auf das Gehör haben: 14,2 Prozent der befragten Covid-19-Patienten berichteten von einem Tinnitus, 7,6 Prozent von einem Hörverlust als Folge.