Unbenannt

Fotomontage: Klipp

Der jüngste Kauf von Didi Mateschitz ist die Therme Fohnsdorf (Foto: Aqualux-Therme)

Der jüngste Kauf von Didi Mateschitz ist die Therme Fohnsdorf (Foto: Aqualux-Therme)

Das Schlosshotel Gabelhofen in der Nachbarschaft hat er schon vor Jahren gekauft (Foto: Heimo Ruschitz)

Das Schlosshotel Gabelhofen in der Nachbarschaft hat er schon vor Jahren gekauft (Foto: Heimo Ruschitz)

Es ist sein Stil. Mit Red Bull ist Didi Mateschitz Miteigentümer des größten weltweit agierenden Medienunternehmens. (Foto: Heimo Ruschitz)

Es ist sein Stil. Mit Red Bull ist Didi Mateschitz Miteigentümer des größten weltweit agierenden Medienunternehmens. (Foto: Heimo Ruschitz)

„Erzherzog Didi“ ist überall willkommen in der Steiermark

Samstag, 15. Mai 2021

So wurde seine Heimkehr in die Steiermark vor zehn Jahren im April 2011 in den Medien bejubelt: „Der schon tot geglaubte Ring in Spielberg erwacht, lebt wieder auf. Nach den vielen Negativ-Schlagzeilen über Kündigungen bei der Austria Antriebstechnik (Anmerkung: sie steht jetzt endgültig vor dem Aus) haben die Menschen in der Region einen Grund zum Jubeln. Milliardär Didi Mateschitz eröffnet im April seinen Red Bull Ring. Hunderttausende in- und ausländische Fans werden dorthin pilgern – Jahr für Jahr das Murtal anpeilen, ihr Geld dort lassen und so die Region mächtig beleben. Schon bei der Eröffnung in Spielberg (nomen est omen) wird es Rambazamba mit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und Kollegen geben, wird Red Bull auch andere Stars aus seiner Sportwelt auftreten lassen.“

Es ist schön, wenn ein wohlhabender Österreicher, wie der Herr Mateschitz, Millionen für Projekte riskiert, durch die dann viele Menschen in der Region eine Arbeit finden und durch die auch viele Gäste kommen“, so ein Wirt in Judenburg im KLIPP-Gespräch. Er drückt damit das Wohlwollen aus, das in der Steiermark zweifellos gegeben ist, wenn „Didi, der neue steirische Erzherzog“, wie er im Freundeskreis auch genannt wird, kauft und kauft, baut und baut. So mancher Einheimische freut sich: „Formel 1, MotoGP, die ganze Welt schaut auf uns. Das Murtal ist jetzt nicht nur eine Industrie-Region, sondern mehr.“

Der jüngste Kauf von Didi Mateschitz ist die Therme Fohnsdorf. Um sie gab es jahrelang heftigsten politischen Streit wegen der Millionen-Kosten, ein Schuss-Attentat und einen Selbstmord. Thermen-Erbauer und Bürgermeister Straner musste wegen Untreue sogar vor Gericht und wurde auch verurteilt. Am 1. Juli 2021 kommt es nun zur Übergabe der Therme an Dietrich Mateschitz. Und die Erwartung ist groß, was Mateschitz nach den vielen verwirklichten Projekten diesmal daraus macht.

Das Schlosshotel Gabelhofen in der Nachbarschaft hat er schon vor Jahren gekauft. Die vormaligen Besitzer Helmut und Eveline Zoidl hatten es mit großem Aufwand zu einer Nobelherberge ausbauen lassen. Sogar eine hoteleigene Galerie gibt es – architektonisch sehenswert gestaltet. Die vermögenden Zoidls (AT&S-Mitgesellschafter) waren Sammler zeitgenössischer Kunst und machten mit ihren Events („Kunst aufgeSCHLOSSen“) Gabelhofen als Künstlertreff bekannt. Die heutige Therme wollten ursprünglich bereits die Zoidls dort als Erweiterung zum Hotel bauen. Das Projekt war bereits vorgestellt, wurde aber kurz vor Baubeginn gestoppt.

Der Milliardär selbst lässt sich nichts Überteuertes andrehen, schaut sehr genau auf den Preis und lässt hart verhandeln, bevor er unterschreibt. Die Grundstückspreise bleiben günstig – trotz seines Engagements. Knapp 400 Beschäftigte gibt es bereits in den 22 Mateschitz-Betrieben.

Es ist sein Stil. Mit Red Bull ist Didi Mateschitz Miteigentümer des größten weltweit agierenden Medienunternehmens. Alles hat seinen Ausgang von der Dose – „Red Bull verleiht Flügel“ – genommen. Doch eines will der neue Erzherzog nicht: Dass die breite Öffentlichkeit über ihn selbst, seine privaten Hilfsaktionen und Förderungen und schon gar nicht über sein Privatleben berichtet. Im Sommer 2019 eröffnete die Brauerei Pöls-Thalheim. In einem alten Schloss untergebracht, versorgt diese die Mateschitz-Betriebe mit Bier und Mineralwasser. Geführt wird sie von Mark Mateschitz. Sollte der 77-Jährige müde werden, steht sein Sohn für mehr Verantwortung bereit.