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Foto: Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Präsentieren im Vorjahr das neue Lehr-Modell für den alpinen Spitzensport (v.l.): WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, AK-Steiermark-Präsident Josef Pesserl, Franz Bachler vom gleichnamigen Intersport mit seinem Lehrling und Ski-Kaderläufer Luis Tritscher sowie Karl Schmidhofer und Renate Götschl, weiters LR Christopher Drexler und Andreas Hausberger. Foto: Fischer

Präsentieren im Vorjahr das neue Lehr-Modell für den alpinen Spitzensport (v.l.): WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, AK-Steiermark-Präsident Josef Pesserl, Franz Bachler vom gleichnamigen Intersport mit seinem Lehrling und Ski-Kaderläufer Luis Tritscher sowie Karl Schmidhofer und Renate Götschl, weiters LR Christopher Drexler und Andreas Hausberger. Foto: Fischer

Vorne mitgestalten ist überall sein Ziel

Donnerstag, 20. Mai 2021

Der designierte ÖSV-Chef Karl Schmidhofer ist ein Stratege

Nach vorne und nach oben drängt er schon immer in seinem Berufsleben. Dass es so weit nach oben geht, davon hat er möglicherweise manchmal geträumt, aber realistisch war es nicht. Am 19. Juni 2021 folgt Karl Schmidhofer, der Präsident des Steirischen Skiverbandes, niemandem geringerem als Peter Schröcksnadel.

Seit 2019 sitzt Karl Schmidhofer für die ÖVP als Abgeordneter im Parlament. Er hat viel dafür – auch an privaten Mitteln – eingesetzt, um ein Mandat in Wien zu ergattern. Im Wahlkampf 2017 führte das dennoch nicht zum gewünschten Erfolg. Weder die Landespartei noch die regionale Ebene sahen in ihm den logischen Sieger. Erst durch den Tod von Barbara Krenn rückt der 59-jährige gestandene ÖVPler und Kurz-Fan vor zwei Jahren dann doch nach. Jetzt kündigt er an, dieses Mandat zurückzulegen, wenn er am 19. Juni Präsident des ÖSV wird – wohl die mächtigste Position im österreichischen Sport. Es wird einen anderen Stil geben – mehr Diplomatie und weniger Brechstange und „Macho-Gehabe“, wie unter Peter Schröcksnadel. Schmidhofer wird es in Innsbruck als erster Präsident, der nicht aus Tirol kommt, ganz schön schwer haben. Die Schlangengrube dort und die Querschüsse sind legendär. Und da braucht es schon eine Durchschlagskraft, wie sie Peter Schröcksnadel eigen war.

Als Kandidat des Kompromisses muss er sich seine Unterstützer-Garde erst selbst aufbauen. Die Olympischen Spiele in Peking und die Heim-WM in Saalbach (2025) werden zeigen, wie gut er seine Funktion ausfüllen kann. Der Wintersport ist Österreichs Aushängeschild weltweit. Ohne diesen werden wir als Sportnation gar nicht wahrgenommen.

Renate Götschl als Weckruf für den ÖSV

Schmidhofer war es, der als steirischer Präsident Renate Götschl als Kandidatin ins Rennen brachte. Dass sie als Kandidatin ein Weckruf für den ÖSV war, aber nicht wirklich mit ihrer Kandidatur durchkommen wird, schien klar. Ob und inwieweit da strategische Überlegungen bereits im Spiel waren, werden erst kommende Erzählungen der „Präsidenten-Kür“ darlegen.

Skipräsident auf Honorarbasis?

Im Skigeschehen mischt der Onkel von Skirennläuferin Nicole Schmidhofer und Bruder des Oberwölzer Bürgermeister Hannes Schmidhofer seit Jahrzehnten mit. Vom Beruf hat er Kellner gelernt, war später Gastwirt und Hotelchef, übernahm Anfang der 2000er-Jahre den Kreischberg, war Chef der Skigebiete Grebenzen und Hauser Kaibling, ist Seilbahnen-Spartenchef und schickt sich an, das Skigebiet in seiner Heimat Lachtal zu kaufen. Dagegen gibt es Widerstand, wie die Regionalredaktion der „Kleinen Zeitung“ wissen will.

Ach, ja – Obmann der Urlaubsregion Murtal war Karl Schmidhofer auch. Niemand werde enttäuscht sein, versprach er nach jener Wahl und hielt Wort. Seine verbindliche Art selbst im Umgang mit Kritikern und Gegnern führt meist auch zu guten Problemlösungen. Als ÖSV-Präsident spielt er nun in der Champions League des Wintersports. Und da wird es kaum eine Schonzeit geben. Es braucht aber auch Glück dazu – und Transparenz. Wie sieht die Vergütung, das Honorar für den Fulltime-Job aus? Denn Schmidhofer bringt ein anderes Umfeld mit als der Tiroler Peter Schröcksnadel. Da gibt es viele Gerüchte und Geschichten zu seinem finanziellen Aufwand.