20120102-G0019868 1920x1080

„Steuer übernommen“: auch ich darf ausprobieren, den Gleitschirm selbst mittels der Zugseile zu „lenken“. Fotos: zVg

E-Bikes gibt‘s auch vor Ort zum Ausleihen

E-Bikes gibt‘s auch vor Ort zum Ausleihen

Ansprechend gestaltet auch die Hotel-Lobby

Ansprechend gestaltet auch die Hotel-Lobby

In der Penthouse-Suite gibt‘s auch eine eigene Sauna

In der Penthouse-Suite gibt‘s auch eine eigene Sauna

Yoga 1

Abgehoben im Zillertal

Donnerstag, 29. Juli 2021

In der Höhe liegt die Kraft

Zwei Schritte vorwärts, dann spüre ich einen kräftigen Zug von hinten. Der Gleitschirm geht nach oben und ist jetzt über uns. „Los“, ruft Chrisi, die Pilotin – und wir laufen, ich vor Chrisi „eingehängt“, gemeinsam, bis meine Beine nur noch in der Luft strampeln. Wir fliegen! Herrlich!

Jetzt kannst du a bissi zurück rücken und es dir bequem machen.“ Gesagt, getan: Gemütlich sitze ich nach hinten angelehnt da, während wir immer höher und höher steigen. Alles unten erscheint winzig. Rundherum das herrliche Berg-Panorama des Zillertals. Sicher einer der schönsten Orte für Tandem-Paragleiten.

Nachdem es für uns nicht das erste Mal ist, sind wir nicht ganz so aufgeregt wie meine Kollegin, als wir zusammen in der Gondel der Spieljochbahn sitzen. Das Wetter passt und wir sind guter Stimmung. Unter den Kollegen, für die es noch eine Premiere ist, herrscht Unbehagen. „Oh, mein Gott! So hoch geht’s da rauf?“ und Ähnliches ist da zu hören. Auch Peter, der Kollege aus Wien, hat ein mulmiges Gefühl im Bauch. „Ich glaube, ich fliege doch nicht“, merkt er etwas ängstlich an. Doch die drei Tandem-Piloten beruhigen und erklären den Ablauf in aller Ruhe.

Wir sind bei den ersten drei Startern dabei und jeder „Mitflieger“ wird einem Piloten zugeteilt. Links von mir steht auch Peter, der doch allen Mut zusammen genommen hat und gebannt den Einweisungen zuhört. Kurze Vorstellung und Chrisi legt auch schon den Gleitschirm auf der Wiese vor der Bergstation am Spieljoch aus. Sie legt mir eine Art Rucksack an, mit dem ich vor ihr „eingehängt“ bin. „Juhuu“, höre ich Peter, der vor uns gestartet ist und seine Begeisterung laut hörbar hinaus schreit. Und auch wir starten gleich. Jetzt noch den Helm auf, eine kurze Erklärung des Ablaufs und los geht’s!

Mittlerweile sind wir ganz schön hoch. „Siehst du, das ist Thermik“, ist auch Chrisi begeistert. Sie hat schon tausende (Tandem-)Flüge absolviert. „Es ist aber trotzdem immer wieder schön und man kann nie genug kriegen“, schwärmt sie, während sie die Actioncam auspackt und Fotos von uns schießt. „Hast du schon einmal selbst gelenkt“, sieht sie mich fragend an. Nein, das wäre jetzt wirklich eine Premiere. Nach Anleitung strecke ich die Hände nach oben und packe die Zugseile des Schirms. Links ein bisserl ziehen – wir schwenken nach links. Dann vorsichtig rechts ziehen und der Gleitschirm reagiert umgehend. Wir drehen uns nach rechts. Irgendwie cool, selbst das Kommando zu haben. Aber wohler fühle ich mich dann schon, wenn Chrisi wieder lenkt. Jetzt kann ich wieder entspannen und das Panorama genießen.

Unter uns liegt der Ort Fügen und beim genauen Hinunterschauen kann ich auch unsere „Basis-Station“ für dieses Wochenende erkennen – das 4-Sterne KOSIS Sports Lifestyle Hotel mitten im Ort. Gestern nach der Ankunft haben wir uns im Spa gleich einmal eine Massage gegönnt und uns in der Sauna entspannt, damit wir für den heutigen Tag fit sind. Ist doch am Vormittag schon eine Tour mit den E-Bikes am Programm gestanden. Diese kann man sich direkt beim Hotel ausleihen. Zum Glück sind wir gleich in der Früh gestartet, denn es ist ein heißer Sommertag. Und trotz Motorunterstützung sind wir ganz schön ins Schwitzen gekommen. Über den Nachbarort Uderns sind wir die Serpentinen hinauf geradelt bis nach Hochfügen und dann wieder zurück zur Talstation der Spieljochbahn in Fügen. Insgesamt waren das rund 35 Kilometer, wir sind stolz auf unsere Leistung.

In Hochfügen haben wir Mittagspause gemacht. Und meine Schwester „ermahnte“ mich, nicht allzu üppig zu essen, zumal ja am Nachmittag der Tandem-Flug ansteht. Ok, mein Magen ist zwar diesbezüglich nicht allzu empfindlich, aber ich habe mich dann doch nur für was Leichtes entschieden – einen gemischten Salat.

Höher und höher geht es mit dem Gleitschirm hinauf. „Schau, da unten kann man jetzt den Golfplatz gut sehen“, weist mich Chrisi auf die 18-Loch-Championship-Anlage in Uderns hin. Zwei Kollegen unserer Gruppe sind wirkliche Golf-Fans und haben sich statt E-Biken und Tandemfliegen für eine Runde Golf entschieden. „Ja, im Zillertal gibt’s viele Möglichkeiten, sich sportlich auszutoben“, weiß auch die Chrisi. Boots- und Rafting-Touren, Canyoning, Stand-Up-Paddeln oder klettern – im Aktvizentrum Zillertal gibt’s für jeden Geschmack das richtige Abenteuer. „Dort ganz hinten kannst auch ein Stückerl vom Achensee sehen!“ Stimmt, von dem haben uns meine Kollegen schon vorgeschwärmt, sodass wir auf der Heimfahrt einen Abstecher dorthin machen. Aber davon ein anderes Mal.

Bleiben wir im Zillertal. Nach rund 20 Minuten haben wir begonnen, an Höhe zu verlieren und es geht Richtung Landeplatz. Dieser befindet sich praktischerweise genau neben der Talstation der Spieljochbahn, wo wir auch unsere E-Bikes stehen gelassen haben. Wir werden anschließend noch eine Runde durch den Ort radeln, bevor im KOSIS zur Stärkung bereits eine Nachmittagsjause bereitsteht.

Jetzt einfach die Füße nach vorne heben“, erklärt Chrisi und schon landen wir, rutsche ich mit dem Hintern auf der Wiese. Etwas umständlich schaffe ich es, wieder auf meine Beine zu kommen. Auch Peter ist schon gelandet und überglücklich: „Wenn ich das nicht gemacht hätte, dann hätte ich auf jeden Fall etwas Traumhaftes versäumt“, strahlt er über das ganze Gesicht. Und am Ende sind sich alle einig: Wir hätten noch stundenlang da oben durch die Lüfte fliegen können …