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Bernhard Puttinger (Geschäftsführer des Green Tech Cluster), IV-Steiermark Präsident Stefan Stolitzka und Joanneum-Research-Studienautor Eric Kirschner (v.l.). Fotos: IV-Stmk/Fischer

„Wir wollen die Beiträge, die die steirischen Betriebe zur Bewältigung der Klimaherausforderung leisten können, erfassen und den dafür nötigen standortpolitischen Rahmen definieren“, beschreibt IV-Steiermark Präsident Stefan Stolitzka die Intention der Studie.

„Wir wollen die Beiträge, die die steirischen Betriebe zur Bewältigung der Klimaherausforderung leisten können, erfassen und den dafür nötigen standortpolitischen Rahmen definieren“, beschreibt IV-Steiermark Präsident Stefan Stolitzka die Intention der Studie.

Green Tech Cluster und Unternehmen bündeln Kräfte

Donnerstag, 01. Juli 2021

Die Industriellenvereinigung Steiermark (IV) hat bei Joanneum Research (JR) eine Studie in Auftrag gegeben, die den Stellenwert der energieintensiven Industrie für die Steiermark, aber auch die Betroffenheit und die Potenziale im Zuge des „New Green Deals“ analysiert. „Wir wollen die Beiträge, die die steirischen Betriebe zur Bewältigung der Klimaherausforderung leisten können, erfassen und den dafür nötigen standortpolitischen Rahmen definieren“, beschreibt IV-Steiermark Präsident Stefan Stolitzka die Intention der Studie.

Aus industriepolitischer Sicht stellt die energieintensive Industrie einen wesentlichen Faktor der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes dar: Sie ist innovativ und exportorientiert“, betont JR-Studienautor Eric Kirschner. Die JR-Analyse zeigt, dass die besonders energieintensiven Branchen die Bereiche Papier, Metall, Steine/Erden/Glas darstellen. Sie stehen gemeinsam für 79 Prozent des energetischen Endverbrauchs der steirischen Industrie (66.600 TJ). 13,7 Prozent der steirischen Bruttowertschöpfung entfallen auf die energieintensive Industrie. Im Österreich-Schnitt sind es 7,6 Prozent, was die überdurchschnittliche Relevanz dieses Industriezweiges für die Steiermark verdeutlicht.

Umwelttechnologien bringen Chance für Klima und Steiermark

Im Bundesländervergleich zählt die Steiermark mit 13.000 in diesem Sektor damit die meisten Beschäftigten in diesem Sektor (11,7 Prozent der Industriebeschäftigten, im Österreich-Schnitt sind es 7,8 Prozent). In den letzten fünf Jahren konnte ein jährliches Beschäftigungswachstum von 3,5 Prozent verzeichnet werden.

Die Symbiose aus energieintensiver Industrie und Umwelttechnikindustrie macht die Steiermark einzigartig: „Die Steiermark ist eine Region, in der die Entwicklung neuer Technologien und deren schnellstmöglicher Einsatz in der Produktion am selben Ort besonders gut gelingen kann“, ist Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des Green Tech Clusters (GTC) überzeugt.

Beleg dafür liefern zahlreiche Beispiele steirischer Betriebe. So wird beispielsweise bei der Andritz AG Kraftwerkstechnologie entwickelt und gefertigt, die die Energiegewinnung weltweit prägt. Beeindruckende 23 Prozent aller Wasserkraftwerke weltweit haben wesentliche Komponenten von Andritz verbaut und liefern Ökostrom mit einem „steirischen Herz“. Bei TDK Electronics in Deutschlandsberg entwickelt man neuartige Energiespeicher, die nicht nur kleiner, sondern auch umweltfreundlicher sind. Im Gegensatz zu den meisten gängigen Technologien benötigt der weltweit erste keramische Solid-State-Akkumulator keine flüssigen Elektrolyte.

Die Nachfrage nach Klimaschutz- und Kreislaufwirtschafts-Lösungen wird mit dem europäischen „New Green Deal“ massiv steigen. Für die Steiermark, die auch als das Green Tech Valley gilt, ist dies eine klare Chance“, ist Puttinger zuversichtlich.