Auf Grundlage des ''Masterplans Grazer Burg'' soll der steirische Regierungssitz umfassend revitalisiert werden. 
© Foto: DronePix (Visuals)

Auf Grundlage des ''Masterplans Grazer Burg'' soll der steirische Regierungssitz umfassend revitalisiert werden. © Foto: DronePix (Visuals)

Gesamtansicht der Grazer Burg. Erbaut im 15. Jh von Kaiser Friedrich III.

Gesamtansicht der Grazer Burg. Erbaut im 15. Jh von Kaiser Friedrich III.

Großer Burghof - historische Ansicht

Großer Burghof - historische Ansicht

Im weßen Saal: das Trio Schützenhöfer, Lang, Drexler bei der Präsentation des Masterplans.

Im weßen Saal: das Trio Schützenhöfer, Lang, Drexler bei der Präsentation des Masterplans.

Besinnung auf Grazer Burg als historisches Juwel

Montag, 23. August 2021

Spät, aber zum Glück doch

Mit seinen Positionen , Äußerungen , Entscheidungen in der Corona Pandemie und seinen oft überschwenglichen -undifferenzierten-Lobeshymnen zu seinem „Lieblingskanzler Sebastian Kurz wird LH Hermann Schützenhöfer kaum Eingang in die steirische Geschichtsschreibung finden.Sehr wohl aber mit dem heute im Weißen Saal der Grazer Burg von ihm im Beisein von Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang und Kultur-Landesrat Christopher Drexler vorgestellten Kulturprojekt: die Besinnung auf die bedeutende historische Bausubstanz der von Friedrich III. im 15.Jahrhundert erbauten Grazer Burg und damit deren Rettung und Revitalisierung mit einem Masterplan. Die Burg ist ja heute Sitz der Landesregierung mit den Büros des Landeshauptmanns , des Ersten Landeshauptmann-Stellvertreters und diversen Abteilungen der Landesregierung. Das historische Juwel-an der Burg wurden seit Jahrhunderten immer wieder Umbauten der Mächtigen vorgenommen-wurde,was die historische Bausubstanz betrifft, seit Jahrzehnten nichts mehr revitalisiert Auch frühere Landesregierungen nach dem Zweiten Weltkrieg unternahmen wenig. Die historischen Räumlichkeiten früherer Jahrhunderte wurden als Keller, Lagerräume genützt und die Bausubstanz wurde dadurch nicht besser. Wertvolle Gewölbe z.B. durch den Einzug von Zwischendecken zerstört. Ein solches absolutes „No go“ war für Kulturhistoriker die Zerstörung der  „Gotischen Kapelle. Deren obere Hälfte wurde in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Sitzungssaal für die Landesregierung mit schussicheren Fenstern um gebaut…

Im Frühjahr 2022 startet nun die Auslobung eines EU-weit offenen Realisierungwettbewerbs, bei dem realisierbare Gestaltungsvorschläge zur Umsetzung dieses Konzepts eingebracht werden können. Ziel des „Masterplans Grazer Burg“ ist es, durch die Aufwertung des historischen Gebäudebestands und die Attraktivierung der Höfe und Fassaden der besonderen historischen Bedeutung gerecht zu werden und diese sichtbar zu machen. Ein neues Verkehrs- und Stellplatzkonzept soll eine nachhaltige Verkehrsberuhigung im gesamten Burgareal erwirken, gleichzeitig wird die weitestgehende Entsiegelung der Hofflächen angestrebt. Mit der Doppelwendeltreppe, der Ehrengalerie, dem Burggarten und der Orangerie sind aktuell nur einige wenige Bereiche der Grazer Burg als Besucher- bzw. Touristenattraktion erlebbar. Mit dem „Masterplan Grazer Burg“ sollen durch umfassende Sanierungs- und Adaptierungsmaßnahmen weite Teile des historischen Gebäudebestandes öffentlich zugänglich gemacht werden.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer unterstrich den Grund der geplanten Maßnahmen: „Die Grazer Burg ist nicht nur Sitz der Landesregierung, Attraktion für Besucherinnen und Besucher, sondern auch ein bauhistorisches Juwel und Teil des kulturellen Erbes unseres Bundeslandes. Über die vielen Jahrhunderte ihres Bestehens erlebte die Grazer Burg Zeiten des Ausbaus, der Erweiterung sowie des Rück- und Umbaus. Mit dem Startschuss für die umfassende Revitalisierung und Attraktivierung der historischen Zonen der Grazer Burg möchten wir sie mehr für die Öffentlichkeit öffnen. Daher freut es mich persönlich ganz besonders, dass wir dieses Projekt nach jahrelangen Gesprächen nun starten können.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang: „Mit dem ‚Masterplan Grazer Burg’ sorgen wir dafür, dass der steirische Regierungssitz in der Landeshauptstadt Graz für die Bevölkerung noch besser zugänglich wird. Die Burg wird zu einem Zentrum der lebendigen Geschichte unserer Steiermark. Professionell gestaltete Ausstellungsflächen, zeitgemäße Veranstaltungsinfrastruktur und zusätzliche Grünflächen lassen einen Ort der Begegnung entstehen, welcher der vielfältigen Historie unseres Landes gerecht wird und diese für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar macht.

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Ich möchte unserem Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer für die Initiative und die Idee zur umfassenden Revitalisierung der Grazer Burg danken. Denn es gehört zu den vornehmsten Pflichten einer Regierung, Verantwortung für das kulturelle Erbe zu übernehmen. Dieser Gebäudekomplex ist reich an Geschichte und an kulturellen Schätzen, die aber zum Teil über die Zeitläufe in verschüttgegangen sind. Nun gehen wir daran, diese Kulturschätze zu heben, wiederherzustellen und zu restaurieren. Als Kulturreferent der Steiermärkischen Landesregierung freue ich mich außerordentlich, dass es eine Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum geben wird, was die inhaltliche Gestaltung der Räumlichkeiten betrifft. Denn wir wollen den Auftrag wahrnehmen, einerseits unseren Jugendlichen, den interesseierten Steirerinnen und Steirern und nicht zuletzt auch Touristinnen und Touristen einen Eindruck darüber zu vermitteln, was es mit diesem Gebäudekomplex historisch auf sich hat. Der völlig neue Charakter des Ensembles der Grazer Burg mit ihren Innenhöfen, soll mit der Geschichte und der Kultur unseres Landes enger vertraut machen.“