Gruendungsgarage

Foto: Gründungsgarage

„Ich habe mich ins Thema verliebt“

Dienstag, 24. August 2021

Felloz-Gründer Raphael Marton

Mehr persönliche Motivation für die Umsetzung einer Idee kann es ja gar nicht geben. KLIPP erreicht den Felloz-Gründer Raphael Marton telefonisch in Kopenhagen. Er hat Biomedical Engineering studiert, war als Hochschulmandatar an der Technischen Universität Graz in den Jahren 2014 bis 2017 für die Finanzen zuständig. Dort habe er mit Kollegen Spendenfonds kreiert, ohne dass man ÖH-Geld direkt angegriffen hat. Auch beim Malteser-Orden und beim Arbeiter-
samariterbund hat er für Spendenfonds mitgearbeitet.

Woher kommt dieses Bedürfnis? „Meine Schwester sitzt im Rollstuhl.“ Und Marton hat mitbekommen, wie der Behindertenhund für seine Schwester durch Spenden finanziert werden musste. Auch dort ging es um Helfen, damit andere ihre Hilfe beisteuern können. Damals wäre er aber noch zu jung gewesen, um selbst aktiv dabei zu sein. „Aber ich habe gesehen, was für einen großen Effekt Spenden haben können. Und so hat mich das Foundraising nicht mehr losgelassen. Ich habe mich ins Thema verliebt und gesehen, dass man das auch beruflich machen kann. Nicht im traditionellen Sinn, einfach blind von Tür zu Tür zu gehen oder am Hauptplatz zu stehen und zu sammeln – sondern die Möglichkeit, das Spenden zu digitalisieren.“

Die entscheidende Unterstützung für seine Idee hat Raphael Marton durch die Gründungsgarage erfahren. Dort hat er gelernt, dass Mentoring für ihn das Wichtigste war, weil er gesehen hat, wie man Kapital und Investoren am besten anspricht. „Wir sind jetzt seit vier Monaten in der Vorgründungsphase für eine GmbH. Die App ist soweit schon fertig.“ Große Unterstützung hat er dabei von der Agentur Moodley erhalten. „Die haben uns viel geholfen.“

Damit das Spendenerlebnis ein gutes wird, braucht es eine App, die sehr simpel zu bedienen ist. „Mit ein, zwei Klicks ist man bei uns schon dabei. Jetzt geht es darum, auch die Investoren für weitere Entwicklungen an Bord zu holen.“ Mit der Caritas gibt es auch bereits einen Pilot-Kunden. Raphael Marton: „Du musst den Leuten zeigen, wo die Spende hin geht und was sie bewirkt. Wir arbeiten nicht mit dem Bild des armen Eisbären auf der Scholle, sondern zeigen, was die Spende bewirkt.“ Nur gemeinsam könne man die Welt zu einem besseren Ort machen, lautet die Vision, die das kleine Team von Felloz täglich motiviert.

Die UNICEF hat ihr World-Food-Programm stark auf eine digitalisierte Ebene gehoben und logischerweise dafür eigene Apps entwickelt. Die Schlussfolgerung für Raphael Marton daraus: „Wenn die UNICEF das kann, dann können wir das auch.“

www.felloz.com