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Bequem und komfortabel unterwegs, mit Dusche, WC, kleiner Küche. Fotos: Klipp

Der Bio-Bauernhof Stegerbauer bei Maria Alm: Paradies für Naturliebhaber.

Der Bio-Bauernhof Stegerbauer bei Maria Alm: Paradies für Naturliebhaber.

Die Bäuerin mit Freundinnen aus der Umgebung.

Die Bäuerin mit Freundinnen aus der Umgebung.

Die Idylle für Wanderer, Biker und alle, die weg vom Lärm sein wollen.

Die Idylle für Wanderer, Biker und alle, die weg vom Lärm sein wollen.

Der „Küchenchef“: Zufrieden mit dem Spiegelei?

Der „Küchenchef“: Zufrieden mit dem Spiegelei?

Im Wohnmobil mit Bikes durch Österreich

Montag, 30. August 2021

Ein Ort, den man nicht vergisst

Jeder von uns kennt dieses Phänomen. Man entdeckt im Urlaub, bei Ausflügen durch Zufall Orte und Plätze, die man nicht auf dem Reiseplan hat Die sich im Kopf verewigen, die einem immer in angenehmer Erinnerung bleiben. Auf unserer Österreichtour mit einem Wohnmobil (gemietet von Gebetsroither), hinten drauf unsere Fahrräder, war ein solcher Platz der Bio-Bauernhof Stegerbauer bei Maria Alm, nahe Saalfelden in Salzburg. Nicht als Sehenswürdigkeit, sondern vom Erlebnis her. Dort gibt’s – im Innenhof der Stall und die Tenne sorgen für die typische Bauernluft – eine Hand voll Wohnmobilstellplätze, also ein echtes Paradies für Naturliebhaber. Neben uns machte es sich eine Familie mit ihren Kindern im Zelt gemütlich.

„Jo, kemmts nur, ihr wird´s schon noch a Platzerl finden“, fand die Männerstimme am Telefon nichts daran, dass wir erst spät eintreffen würden. „Es ist jo offen und natürlich gibt`s an Stromaunschluss für euch“, waren wir erleichtert. Das Navi führte uns treffsicher ins Almdörfl, so heißt es dort beim Biohof Stegerbauer. Im Haus war bereits alles finster, nur hinten im Hof mit den Wohnmobilen und den Campern ging es noch gesellig zu. „Mir kommt das Ganze vor wie eine Wagenburg zur Indianerzeit so wie es Karl May in seinen Büchern beschreibt“, zeigen sich unsere „Nachbarn“ aus Deutschland kommend, angetan von der Idylle. Noch dazu war es sternenklar und damit war auch die herrliche Bergwelt noch erkennbar. Nachdem der Familiennachwuchs, zuständig für Strom und Wasser, alles gecheckt hat, war dann auch für uns bald Nachtruhe.

Geräusche aus dem Stall und das „Muhen der Kühe“ weckten uns. Als wir die Türe unseres komfortablen Gebetsroither-Gefährts öffnen – versteht sich mit Dusche, WC, kleiner Küche – staunen wir über das fast kitschig wirkende Bergpanorama, im Vordergrund an der Weggabelung eine Kapelle Für eine Gruppe von Bikern, die davor Rast machen, das Passende. „Und wie gfollts Euch do bei uns“, begrüßt uns der Bauer, umringt von schnatternden Hühnern, die darauf hoffen, dass vom Frühstück was übrigbleibt. „Frische Milch, an Kas und noch a por aundre Soachn hobn wir im Kühlschraunk in der Tenn“, erklärt uns der Bauer den Hausbrauch.

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Geschützt durch das Vordach vor der Sonne und mit den Hühnern rundherum, die auf ihre Gelegenheit warten, lassen wir es uns bei Kakao, Obstsaft und Spiegelei gut gehen.

Beim Rundgang im Almdörfl treffen wir auch auf die Bäuerin. „Viele kommen bei uns immer wieder, weil sie da wandern oder auch radfahren können. Der Ort Maria Alm is nur zehn Minuten weg.“ Und die Bäuerin zeigt uns den kleinen Shop gleich gegenüber vom Bauernhaus, jenseits der Straße. Dort hat sie gerade Besuch von Freundinnen aus der Saalfeldner Gegend. Jeder kann sich sein Mitbringsel selbst aussuchen – Salben, Säfte. „Alles natürlich von uns selbst gemacht“, so die Bäuerin.

Im Vorjahr hat uns unsere Tour – auch mit Gebetsroither – über den Wörthersee, das Kitzbüheler Horn bis an den Bodensee geführt. Diesmal ist Ranken, oberhalb von Innsbruck, unser westlichster Punkt. Dort, ziemlich alleinstehend, haben wir uns den Bauernhof von Tobias Moretti angeschaut. Taymour, ein Enkelsohn, ist schon als Kindergartenkind weit in der Welt herumgekommen – von Los Angeles, über Südafrika, bis in den Vorderen Orient. Aber jetzt sollte er einmal Österreich kennenlernen, so seine Mutter. Das wird ihm auch in der Schule in Geografie nützen. Obwohl er gerne mit der Bahn unterwegs ist – anschaulicher und direkter als mit einem Wohnmobil und Fahrrad kann man unser schönes Land nicht kennenlernen.

Wir verabschieden uns von den Bauersleuten und brechen zu den Salzkammergut-Seen auf – unseren nächsten Etappen –, bevor es wieder nach Hause geht. Von Maria Alm über den Hochkönig mit einer Rast bei der „Übergossenen Alm“ – mit herrlicher Aussicht –, geht‘s weiter nach Bischofshofen. Unterwegs begegnen uns sportliche Biker. Bei einem nächsten Mal wollen auch wir diese Bergetappe versuchen. Im Salzkammergut angekommen – da „kamma gut lustig sein“ – haben es uns köstliche Süßigkeiten angetan. Die berühmtesten in Bad Ischl. Die berühmte Ischler Schnitte und andere süße Verführungen beim ehemaligen K&K-Lieferanten Zauner bleiben einem auch im Kopf. Aber davon mehr ein anderes Mal.