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Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot, The Way Out. Foto: Clara Wildberger

Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot, The Way Out. Foto: Clara Wildberger

Besucher- und Pressezentrum, Murgasse 6, Foto: Dietmar Reinbacher

Besucher- und Pressezentrum, Murgasse 6, Foto: Dietmar Reinbacher

Nilbar Güreş, Human as a Virus (2021), Plakat. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Nilbar Güreş, Human as a Virus (2021), Plakat. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Innenansicht Besucher- und Pressezentrum, BUNA Pop-Up Café. Foto: Dietmar Reinbacher

Innenansicht Besucher- und Pressezentrum, BUNA Pop-Up Café. Foto: Dietmar Reinbacher

Auftakt – symbolisch (!) – am Bahnhofsvorplatz

Dienstag, 07. September 2021

steirischer herbst ’21: The Way Out, 9.9.–10.10.

Von 9.9. bis 10.10. sucht der steirische herbst mit The Way Out nicht nur den Weg hinaus an die frische Luft. Das Festival thematisiert auch metaphorisch den Ausweg – sowohl im Kontext von Krise und Pandemie als auch für die Kunst, die nun einmal mehr nach ihrem Platz in der Gesellschaft sucht.

Aus der institutionellen Blase auszubrechen und die Kunst mit dem Leben zu vereinen war ein zentrales Bestreben der historischen europäischen Avantgarde. Als ein Festival, das von diesem Erbe zehrt, hat sich der steirische herbst oft in den Außenraum, in das Reale, das Alltägliche und das Populäre gewagt. In dieser Tradition laden dieses Jahr rund 35 Künstler:innen und Kollektive dazu ein, ihre Arbeiten über knapp fünf Wochen verteilt außerhalb eines starren institutionellen Korsetts zu erleben, sei es in Form von Straßeninterventionen, lokalen Workshops, persönlichen Briefen, gemeinsamem Kochen oder Installationen und Performances im öffentlichen Raum.

Im Fokus stehen einfache Zugangsbedingungen, die zufällige Begegnungen mit Kunst und Kultur ermöglichen, beispielsweise während eines Spaziergangs im Park, auf dem Weg zum Bahnhof, beim Einkaufen in der Herrengasse oder an vielen anderen öffentlichen Plätzen, die The Way Out als Kunsträume erfahrbar macht“, so Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot. „Alle Projekte sind ortsspezifisch und wurden eigens für den steirischen herbst entwickelt. Ich lade Sie dazu ein, gemeinsam mit den Künstler:innen ein Abenteuer des Alltäglichen zu erleben. Dies ist womöglich The Way Out – nicht nur für uns alle in einem wortwörtlichen Sinn, sondern auch in einem metaphorischen für die Kunst.“

Festivaleröffnung

Die Eröffnung des steirischen herbst ’21 findet in drei Akten am Donnerstag, den 9. September, ab 17:00 statt. Erste Station ist der Europaplatz – als Bahnhofsvorplatz ein Ort des sprichwörtlichen Ein und Aus. Durch Marinella Senatores Lichtinstallation wird er in ein Eintrittstor zum Festival und seinen Themen verwandelt. Barocke Glühbirnenornamente der traditionellen luminarie werden dafür neu interpretiert und mit politischen und poetischen Slogans und Zitaten kombiniert.

In diesem Rahmen hält Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot ihre traditionelle Eröffnungsrede nach Grußworten von Vizekanzler Werner Kogler, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landesrat Christopher Drexler, Bürgermeister Siegfried Nagl und Stadtrat Günter Riegler. Dejan Kaludjerović stellt seine neue Produktion in einem konzertanten Teaser vor. Seit Jahren befragt der Künstler Kinder auf der ganzen Welt – diesen Sommer in Graz und der Steiermark – zur Weltlage und hat für den steirischen herbst aus ihren Antworten in Zusammenarbeit mit Marija Balubdžić, Bojan Djordjev und Tanja Šljivar seine erste Oper entwickelt, die am Eröffnungswochenende uraufgeführt wird.

Um Fragen der Sicherheit und der Ordnung im öffentlichen Raum geht es ab 18:00 in der neuen Intervention und Performance von Flo Kasearu. Ephemer und poetisch zugleich verbreiten zwölf Performer:innen im Volksgarten ein kreatives Chaos, verschmelzen Absurdität mit Realität und stellen repressive Strukturen infrage.

Auf dem Hauptplatz erwartet das Publikum um 20:30 schließlich eine Tanz- und Musikperformance unter freiem Himmel. Der Schlagzeuger und Komponist Uriel Barthélémi hat sich speziell für den steirischen herbst mit der Fagottistin Sophie Bernado und dem Hip-Hop-Tänzer Salomon Baneck-Asaro zusammengetan, um Kolonialismus und erzwungene Modernisierung durch Bewegung und Klang zu erforschen und über alle Grenzen hinweg neue Kontakte zu knüpfen.