„Ich halte das für eine S.… Die Absicht der Vorwürfe nach 50 Jahren liegt ja auf der Hand“
Josef Kaltenegger zum Urteil gegen Frank Stronach. Der Obersteirer – aus bäuerlichem Umfeld – wurde in letzter Minute Spitzenkandidat im Team Stronach bei der Landtagswahl 2015.
So beurteilt er den Schuldspruch im laufenden Prozess von Frank Stronach wegen sexueller Nötigung in Kanada. Aus Kalteneggers Sicht stecken dahinter finanzielle Überlegungen, um einen einstmals mächtigen weißen Mann im hohen Alter „anzupatzen“. Seinen im Dialekt gesagten kreditschädigenden Begriff können wir aus medienrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.
Und die andere Seite?
Andere Argumente lässt er außer Acht, kommen für ihn nicht infrage. Dass (zumindest) eine weibliche Person über Jahrzehnte ihre Erlebnisse in der Bekanntschaft mit Frank Stronach quälten und sie diese in jedem Fall doch noch öffentlich machen wollte. Feiert Stronach doch kommenden Sonntag (6.9.) bereits seinen 94. Geburtstag.
Josef Kaltenegger, heute selbstständiger Unternehmer in der Ernährungsbranche (Cenavit), hat mit Frank Stronach seit der Landtagswahl 2015 noch immer ein von gegenseitigem Vertrauen getragenes Verhältnis. In Frank Stronachs Umfeld fällt da und dort sogar der Begriff von Vater und Sohn.
Völlig unerwarteter Einstieg
Gut zwei Monate vor der Landtagswahl am 31. Mai 2015 lernten die beiden einander kennen. Kaltenegger wollte Stronach für ein Agrarprojekt in Südosteuropa gewinnen. Das Ergebnis des Gesprächs: Völlig unerwartet verließ er dieses als Spitzenkandidat für die Wahl. Stronachs damaliger, bereits in der Öffentlichkeit vorgestellter Spitzenkandidat für das Team Stronach war der Allgemeinmediziner Wolfgang Auer aus Neumarkt. Auch Inhaber einer Firma, die Gesundheitsprodukte herstellt. Der Bruch mit dem Austro-Kanadier und der Rückzug von Auer traf den Team-Stronach-Gründer wie ein Blitz.
Kalteneggers spontane Zusage und seine Aktivitäten für das Antreten bei der Wahl „retteten“ die Kandidatur des Team Stronach in der Steiermark. Denn natürlich wollte der Steirerbua „Franz Strohsack“ aus der Region Weiz, wo er das Licht der Welt erblickte, nach seinem Erfolg bei der Nationalratswahl 2013, in seinem Geburtsland bei der Landtagswahl 2015 mit seinem Team erfolgreich sein. Der Sprung in den Landtag gelang aber nicht. Der erhoffte Erfolg blieb aus. Kaltenegger: „Die Zeit dafür war zu kurz.“ Anmerkung am Rande: Es war die Wahl, nach der auch Franz Voves (SPÖ) als Wahlgewinner zurücktrat und den Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) überließ.
Film über sein Leben als Vermächtnis
Diese Woche bei der Präsentation des neuen Films „The Magna Man“ in der Steiermark und in Wien – von Stronach initiiert – war auch Kaltenegger Gast. Die Dokumentation erzählt über steinige Anfangsjahre, Krisen, Hürden und größte Erfolge von Stronach. Untermalt von Zeitzeugen und Wegbegleitern wie Wolfgang Schüssel, Franz Vranitzky oder Siegfried Wolf.
Franks Worte zum Schluss des Films über sein Leben „man möge über ihn sagen, er war ein Mensch“ zeigen und beweisen, dass der Weltunternehmer nie seine steirischen Wurzeln verloren hat, so Kaltenegger. „Und dass ihn noch immer die starken Prägungen einer ärmlichen bis harten Kindheit sowie die ersten harten Jahre nach dem mutigen Schritt über den Teich begleiten bzw. ihn nie – bei allem Erfolg – die Bodenhaftung verlieren ließen.“
„Steirerbluat is koa Himbeersoft“
Josef Kaltenegger ist bekannt für seine Haltung, kantige, glasklare Positionen. Vor allem zu Themen der Ernährung und zum mangelnden Verständnis der Politik für die heimische Landwirtschaft. Damit verbunden auch für die Sorgen und den Existenzkampf der Bauern in Österreich. Der 55-Jährige kommt selbst aus einer Bauernfamilie im Murtal.
Trotz der Vorwürfe und gerichtlichen Verurteilung: „Frank Stronach ist und bleibt für mich ein besonderer Steirer, der weltweit mit Magna für Furore sorgte“, so Kaltenegger. „180.000 Jobs hat der Steirerbua in seiner Karriere geschaffen. Tausende davon in Österreich bzw. in der Steiermark. Für mich sind die Treffen und Gespräche mit meinem ,väterlichen Freund’ immer ein spannender Bogen an Themen wie internationale Entwicklungen, politischen Fakten zum beiderseitigen Kopfschütteln, politischen Gedanken – an welchen Schrauben man konkret für Besserungen drehen müsste, bis hin zu unseren steirischen Wurzeln. Faszinierend sind seine geistige und körperliche Fitness. Es gilt der alte Spruch: Steirerbluat is eben koa Himbeersoft.“
Folgendes Video entstand bereits vor seinem 90. Geburtstag:









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