Jahrhundert-Gage für Judenburger Stadtwerke-Manager
Tüchtiger Mitbegründer von Kraft:dasMurtal. Auch eigene Finanzkraft gewaltig erhöht.
In einem (guten) Jahr: bis zu 400.000 Euro. 2x so viel wie ein LH.
Er tritt in der Öffentlichkeit bescheiden auf, wirkt verbindlich und sympathisch, fährt ohne Chauffeur. Er ist niemand, der sich vordrängt und in der ersten Reihe sitzen will. Sein Name: Manfred Wehr, seit 1995 Vorstandschef der Judenburger Stadtwerke. In dieser Funktion gelang es ihm, in den letzten drei Jahrzehnten die regionalen Stadtwerke zu einer hochprofitablen Unternehmensgruppe zu machen. Dieser Erfolg schlägt sich auch auf seinem persönlichen Gehaltskonto sichtbar nieder.
Bisher blieb seine Traum-Gage in einem Unternehmen der öffentlichen Hand einer breiten Öffentlichkeit verborgen. Erst jetzt stehen die Spitzengagen des dreiköpfigen Vorstands erstmals in einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs. Nicht überraschend sind diese zu einem Aufreger geworden. Der Meistverdiener im Trio erhält in einem guten Geschäftsjahr bis zu 400.00 Euro. Eine absolute Alleinstellung in diesem Sektor.
Die Verantwortlichen in der Politik zeigen sich – wie immer – überrascht. Und natürlich werden plötzlich „rascheste Maßnahmen“ gefordert. So heißt es in einem Statement vom Grünen-Kontrollsprecher Lambert Schönleitner: „Da ist ganz offensichtlich etwas aus dem Lot geraten. Gerade die Sozialdemokratie, die ständig von Gerechtigkeit spricht, sollte sich fragen, wie sie solche Verhältnisse in einem stadteigenen Unternehmen erklären will. Noch dazu in einer Kommune, deren Finanzen massiv unter Druck stehen.“
Und auch die KPÖ übt Kritik: „Öffentliche Unternehmen sollen der Daseinsvorsorge der Bevölkerung dienen und nicht der Bereicherung. Es kann nicht sein, dass ein Vorstandsmitglied mehr verdient als der Landeshauptmann. Hier braucht es eine Beschränkung“, fordert der KPÖ-Landtagsabgeordnete Alexander Melinz. Die Vorstandsgagen entsprechen ungefähr 20 Leuten, die in der Installation arbeiten. Das sei ein massives Ungleichgewicht.
Auch bei Beteiligungen im Aufsichtsrat
Der heute 62-jährige Manfred Wehr führt die Stadtwerke Judenburg seit 1995 und hat das Unternehmen seither erfolgreich entwickelt. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Judenburg sitzt als Eigentümervertreter auch bei den Beteiligungen im Aufsichtsrat – den Stadtwerken in Voitsberg und Trofaiach. Weiters ist er bei der Steiermärkischen Sparkasse stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Hier bezieht er jährlich Sitzungsgelder in fünfstelligen Eurobeträgen. Im Jahr 2023 wurde Wehr in der sogenannten „Schattenkabinettsliste“ des Sora-Instituts für ein mögliches Kanzler-Kabinett des SPÖ-Chefs Andreas Babler als Wirtschaftsminister gehandelt.
Mit Kraft:dasMurtal Abwanderung entgegensteuern
Manfred Wehr gilt auch als Mitbegründer von Kraft:das Murtal. „Unsere Initiative ist der erfolgreiche Versuch von sehr vielen Einzelkämpfern, die alle einen sehr guten Job machen, etwas Gemeinsames für uns und für die Region zu machen“, sagte der Stadtwerke-Judenburg-Chef gegenüber KLIPP im Zuge von Recherchen für eine große Reportage im Jahr 2012 (HIER zum Nachlesen). Mit der Initiative wolle man der drohenden Abwanderung der Jugend entgegensteuern.
„Es ist uns gelungen, die Meinungsbildner oder auch Wirtschaftskapitäne, wenn Sie so wollen, für die Initiative zu begeistern. Die Region wurde meist schlechtgeredet, obwohl das Standing der Wirtschaftsbetriebe und der Ruf gut waren. Aber der Begriff Industrie ist gar nicht vorgekommen, obwohl die Industrie hier für 85 Prozent der Arbeitsplätze verantwortlich ist.“
Heute gibt es im „kraftvollen Netzwerk“ in der Region Murau Murtal über 100 Partnerunternehmen in den unterschiedlichsten Branchen









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