Mehr Wanderer – müssen Auerhähne weichen?

Land plant massiven Ausbau der Windkraft in der Steiermark

Nach zehn Jahren hat das Hin und Her ein Ende. Wie erst vor wenigen Wochen mitgeteilt wurde, kann auf der Stubalm in der Weststeiermark schon bald mit dem Bau eines Windparks begonnen werden. Trotz Protesten liegen alle Genehmigungen vor. 17 Windräder werden für 150 Millionen Euro errichtet. Und dieses jüngste Beispiel zeigt auch, dass sogar „Betroffene“ von Windkraftanlagen nicht immer dagegen sind. So haben die Betreiber des „Alten Almhaus“ auf der Stubalm sogar große Erwartungen. Man hätte kein Problem mit Windrädern. Im Gegenteil: „Wir hoffen auf mehr Wanderer und damit mehr Gäste“, heißt es gegenüber dem ORF Steiermark.

Politischer Rückenwind

Mit dem gestern (13.4.) vorgestellten neuen Sachprogramm Windenergie 2026 drückt das Land aufs Tempo. 18 neue Zonen sollen ausgewiesen werden, bis zu 700 Megawatt zusätzliche Leistung (bis zu 150 neue Windräder) sind möglich. Ein Windrad deckt derzeit den Jahresstrombedarf von 5.200 Haushalten. Und die Linie der Politik ist klar. „Die Energiewende ist keine ideologische Frage, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, betont LH-Stellvertreterin Manuela Khom.

Und Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer ergänzt: Ziel sei eine „leistbare Energieversorgung, mehr Unabhängigkeit und regionale Wertschöpfung“. Bis 2030 wolle man in der Steiermark die Windkraftleistung massiv ausbauen – eben, um unabhängiger von Energieimporten zu werden.

Windkraftausbau „mit Bedacht“

Parallel zur Ausweisung neuer Windenergieflächen wird auch der Schutz sensibler Bereiche konsequent erweitert: Die Ausschlusszone – in der keinerlei Windenergieanlagen errichtet werden dürfen – wächst um rund 40.000 Hektar (plus 10 Prozent). „Wir bauen Windkraft in der Steiermark mit Bedacht aus“, betont der Landesrat Stefan Hermann. „Die Energieversorgung der Zukunft und der Schutz unserer steirischen Natur- und Landschaftsräume schließen sich nicht aus – sie bedingen einander.“

„Nicht den letzten Bergrücken zupflastern“

Und auch Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau stellte kürzlich vor Journalisten außer Zweifel, dass es grüne Energie natürlich braucht. Aber: „Wir müssen aufpassen, wo wir diese produzieren. Wir können nicht den letzten Bergrücken mit großen Industrieanlagen zupflastern, sondern müssen auch auf ökologische Aspekte in diesem Bereich schauen.“

Konfliktzone: Windräder und Auerhähne

Denn leider sind die Orte, wo Windkraftanlagen entstehen, in den meisten Fällen auch Lebensräume von den rund 10.000 Auer- und Birkhähnen in der Steiermark. Grüne Energie dürfe keine ökologischen Notstände in sensiblen Lebensräumen produzieren. „Es braucht Ausgleichsflächen, die hier zu entstehen haben“, so der Landesjägermeister. Also „ja“ zu erneuerbarer Energie, aber „nein“ zu kompletter Zerstörung der Naturlandschaft ...


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