„A Glockn, die scho 100 Joar läut“
Gegründet wurde die Konditorei Philipp am 19. Februar 1926 von Großvater Hugo Philipp – damals noch als kleine Backstube mit Verkauf durchs Fenster, bei dem eine Glocke die Kunden ankündigte. Diese Glocke existiert bis heute und verkauft wurden hauptsächlich Strudel, Striezel und Krapfen. Was folgte, war eine Geschichte geprägt von handwerklicher Hingabe und dem Mut, auch schwierige Zeiten zu meistern. Nach den Einschnitten des Zweiten Weltkriegs führte die Familie mit Wolfgang und Margaretha Philipp den Betrieb mit viel Einsatz weiter – stets mit dem Anspruch auf Handwerk, Fleiß und Qualität auch selbst zu erzeugen: Früchte wurden eingekocht, Rohstoffe persönlich besorgt, gebacken wurde im holzbefeuerten Ofen.
Heute steht mit Konditormeisterin Lilli Philipp die dritte Generation an der Spitze des Hauses. Seit 2018 führt sie den Betrieb mit klarer Handschrift weiter – und bleibt dabei den Wurzeln treu. „Der Geschmack steht für mich immer an erster Stelle“, betont sie. Das zeigt sich besonders beim Eis, das seit Jahrzehnten den Ruf der Konditorei prägt: Fruchteis wird noch immer nach italienischem Vorbild als Sorbet ohne Milch hergestellt. Gleichzeitig wurde das Angebot behutsam erweitert – um glutenfreie Desserts, vegane Pralinen und laktosefreie Eissorten, die den heutigen Bedürfnissen der Gäste entsprechen.
Denn die Konditorei Philipp war immer auch ein Ort der Begegnung. Schon früher galten Treffen „bei Philipp“ als fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Graz. Nicht wenige süße Liebesgeschichten nahmen hier ihren Anfang bis hin später zur Ehe. Bis heute kehren viele Gäste nach Jahren zurück und knüpfen an diese Erinnerungen an.
Mit dem Jubiläumsjahr setzt die Konditorei bewusst neue Akzente: Neben der eigens kreierten Jubiläumstorte und erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme – mit einem Mango-Sorbet – stehen vor allem Mitmachformate im Fokus. Workshops vom Striezel flechten über Pralinenherstellung bis hin zu Kinderbackkursen treffen den Zeitgeist und machen das Handwerk erlebbar. Philipp: „Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Tun.“





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