Graz will mit Offensive stechende Tigermücken ausrotten
Sie ist gekommen, um zu bleiben: die asiatische Tigermücke. Galt sie vor wenigen Jahren – erste Nachweise in Graz gab’s im Jahr 2021 – noch als vereinzeltes Problem, sind die lästigen Plagegeister nun allgegenwärtig. Die Stadt reagiert mit einem umfassenden Maßnahmenpaket – und setzt dabei verstärkt auf innovative Methoden sowie die Mithilfe der Bevölkerung.
Bereits im Vorjahr testete Graz erstmals die sogenannte Sterile-Insekten-Technik (SIT). Dabei wurden in einer Grazer Heimgartenanlage gezielt unfruchtbare männliche Tigermücken freigesetzt. Der Effekt war deutlich: Die Population ging dort um rund 70 Prozent zurück. Auf diesen Erfolg will die Stadt nun aufbauen.
Heuer wird die Methode deutlich ausgeweitet. Statt eines einzelnen Testgebiets sollen in mehreren Grazer Regionen sterile Männchen ausgesetzt werden. Insgesamt plant die Stadt, zwischen sechs und acht Millionen dieser nicht stechenden Tigermücken freizusetzen. Dafür investiert man rund 150.000 Euro – und kauft damit etwa zehnmal so viele unfruchtbare Männchen wie im Pilotjahr.
Das Prinzip dahinter ist einfach: Die sterilen Männchen paaren sich mit den Weibchen, doch es entstehen keine Nachkommen. So wird die Population Schritt für Schritt reduziert – ganz ohne chemische Insektizide.
Doch die SIT-Methode ist nur ein Teil eines größeren Gesamtplans. Seit dem ersten Auftreten der Tigermücke im Jahr 2021 setzt Graz auf ein breites Maßnahmenbündel. Dazu zählen intensive Informationskampagnen, persönliche Beratung für Bürgerinnen und Bürger, ein engmaschiges Monitoring mit speziellen Fallen sowie die Bekämpfung von Larven mit biologischen Mitteln in Kanalschächten.
Entscheidend bleibt aber auch die Mithilfe der Bevölkerung. Denn viele Brutstätten entstehen im direkten Wohnumfeld – etwa in Blumentöpfen, Regentonnen oder anderen Wasseransammlungen. Werden diese konsequent beseitigt, lässt sich die Ausbreitung der Tigermücke deutlich bremsen. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer: „Wenn kleine Brutstätten verschwinden, verschwindet auch großes Problem.“





Sei der erste der kommentiert