Langohr in Not
Der Hase gehört zu Ostern wie bunte Eier und Küken – als Symbol für Frühling, Fruchtbarkeit und Neubeginn ist er tief in unserer Kultur verankert. Doch während der „Osterhase“ allgegenwärtig ist, bleibt das echte Leben unserer heimischen Langohren oft im Verborgenen.
Flucht mit 80 km/h vor Fressfeinden
Der Feldhase „bewohnt“ offene Landschaften: Felder, Wiesen und Agrarflächen sind sein Zuhause. Tagsüber ruht er in sogenannten „Sassen“, flachen Mulden am Boden und ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Mit bis zu 80 km/h schlägt er mit seinen typischen Haken Fressfeinden wie Fuchs oder Greifvögeln ein Schnippchen. Charakteristisch sind auch seine langen „Löffel“ mit schwarzen Spitzen und sein ausgezeichneter Hörsinn.
Nicht verwechseln mit Wildkaninchen
Feldhasen sind größer, haben längere Ohren und sind Einzelgänger. Wildkaninchen leben in Gruppen und ziehen ihre Jungen schutzlos und blind in Bauten auf.
30.000 sterben durch Traktor und Co.
Trotz seiner Bekanntheit nimmt der Bestand des Feldhasen in vielen Regionen Europas ab. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft: Große, monotone Felder, häufige Mahd sowie Pestizide und Düngemittel reduzieren Nahrung und Rückzugsräume. In Österreich sterben jährlich rund 20.000 bis 30.000 Feldhasen direkt durch mechanische Bearbeitung von Wiesen und Feldern – der Großteil davon Jungtiere.
2.000 überfahrene Hasen
Hinzu kommt der Straßenverkehr. Gerade rund um Ostern, wenn die Paarungszeit ihren Höhepunkt erreicht und die Tiere besonders aktiv sind, wird das Überqueren von Straßen zur tödlichen Gefahr. Allein in der Steiermark wurden zuletzt in einem Jahr mehr als 2.000 überfahrene Hasen registriert – die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Langohr oder Kurzohr entdeckt?
Dann bitte die Beobachtung via Foto auf der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App teilen. So können Experten mehr zur Entwicklung der Bestände von Feldhasen und Wildkaninchen herausfinden, um den Lebensraum dieser sympathischen Arten langfristig zu sichern ...





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