Erschreckend: Straftaten bei Unter-14-Jährigen steigen von Jahr zu Jahr

Auch in der Steiermark ein „Sorgenkind“

Eine 14-Jährige sticht eine 15-Jährige im Wald nieder und verletzt sie tödlich. Es geschah in der Schweiz. Eine Meldung, die für Entsetzen in der Öffentlichkeit sorgt. Die Tat mit ihrem Ausgang ist ein Einzelfall, scheint aber auf eines hinzuweisen: Sie ist ein Zeichen für zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und insgesamt in der Gesellschaft.

Täter werden immer jünger

Gestern (31.3.) präsentierte Innenminister Gerhard Karner die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2025 in Österreich. Alarmierend und auffällig ist unter anderem, dass selbst die Taten von Unter-10-Jährigen – obwohl sie noch als strafunmündig vor dem Gesetz gelten – bereits in der Kriminalstatistik aufscheinen. So waren es in der Altersgruppe unter 10 Jahren 1.119 Tatverdächtige und bei den 10- bis 14-Jährigen 13.179 Tatverdächtige, davon in der Steiermark 193 bzw. 1.498.

Das ist die eine Seite der Statistik. Es gibt also mehr Tatverdächtige, aber weniger verurteilte Menschen als noch 2001. Da wurden laut Statistik Austria 38.763 Straftäter verurteilt. Im Vorjahr „nur“ 27.717, also fast ein Drittel weniger. Die Bevölkerung in Österreich ist aber in diesem Zeitraum um ca. 1,1 Millionen gewachsen.

Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Ausschlaggebend dafür sei der ungenaue Begriff der Tatverdächtigen, erklärt der Sozialwissenschaftler Günther Ogris vor Journalisten (27.11.2025, Die Presse). Denn das Innenministerium würde Serientäter mehrfach zählen. „Wenn jemand zwei oder drei Mal erwischt wurde, bedeutet das mehrere Tatverdächtige.“ Es handle sich, so Ogris, bei dieser Statistik bei der von der Polizei eingeführte Mehrfachzählung um eine „Indexzahl“. Diese setze sich aus verschiedenen Faktoren wie Tätern, Tathandlungen und Opfern zusammen. „Es ist nicht die richtige Zahl der Tatverdächtigen.“

Bei aller Sorge um die Zunahme der Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen (aber auch in der Gesellschaft insgesamt) gelte es vor allem, die Ursachen und Motive zu hinterfragen, um hier wirksam gegensteuern zu können.

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