Koralmbahn: Die neue Südachse rollt …
Ein Tag für die Geschichtsbücher. Der 12. Dezember 2025. Premierenfahrt auf der 130 Kilometer langen Koralmbahnstrecke von Graz nach Klagenfurt – in nur 40 Minuten. Auch wir vom KLIPP durften beim historischen Moment dabei sein. Gut drei Monate später besuchen wir jenen Ort mitten in Graz, wo Räder und Fahrwerke vieler Züge hergestellt werden, die auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke der Koralmbahn mit bis zu 250 km/h unterwegs sind: Siemens Mobility in Graz-Eggenberg, ein steirisches Weltkompetenzzentrum.
Reale mit digitaler Welt verbinden
ÖBB Railjets, ÖBB Nightjets, ComfortJets der CD, ICEs und Vectron- sowie Taurus-Lokomotiven – sie alle rollen auf Rädern und Fahrwerken von Siemens in Graz. Und nicht nur das: Siemens hat die Hochleistungsstrecke auch vollständig mit der digitalen Bahn-Signal- und Leittechnik ETCS Level 2 ausgestattet. „Damit verbinden wir die reale mit der digitalen Welt: Züge, Strecke, Stellwerke und Rechenzentren sind im ständigen Austausch und sorgen für höchste Sicherheit und Leistungsfähigkeit“, so Gastgeberin und Chefin von Siemens Mobility in Österreich Tanja Kienegger.
Bis zu 7.000 Fahrgäste nutzen die Koralmbahn mit dem weltweit sechstlängsten Eisenbahntunnel pro Tag. In den ersten 100 Tagen transportierten über 1000 Güterzüge mehr als eine Million Güter, zieht ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä eine erste Bilanz.
Beim Rundgang durch die Siemens-Werkshallen zeigt sich auch Landesrätin Claudia Holzer beeindruckt. „Für den künftigen Erfolg der Steirer ist es ganz entscheidend, die steirische Schieneninfrastruktur gezielt und laufend weiterzuentwickeln.“ Das Land Steiermark hat sich ja als Ziel gesetzt, bis 2030 den Schienengüterverkehr um 50 Prozent zu steigern und diesen bis 2050 sogar zu verdoppeln.
Mobilitätsdrehscheibe
IV-Steiermark-Präsident Kurt Maier unterstrich die Bedeutung von starker Infrastruktur für Exportwirtschaft, Innovation und Investitionen und erläuterte zum Wirkungsgrad der Koralmbahn-Haltestelle: „Eine direkte Anbindung des Flughafens Graz an die Koralmbahn kann gemeinsam mit einem großen Park-&-Ride-Standort eine neue Mobilitätsdrehscheibe für den Süden der Steiermark schaffen. Damit wird der Umstieg auf die Bahn attraktiver, der Großraum Graz entlastet und die Region als Wirtschaftsstandort zusätzlich gestärkt.“
(Vorerst) keine Haltestelle bei Flughafen
Derzeit brauche es eine Haltestelle beim Flughafen nicht, erteilt Bahnchef Matthä eine Absage – mit Blick auf enge Taktnoten im Fernverkehr. Und der Flughafen sei ja mit der S-Bahn „bereits heute gut erschlossen und in elf Minuten vom Hauptbahnhof erreichbar“. Doch „technisch-planerisch“ sei der Stopp am Flughafen vorgesehen und sei erst einmal der Semmering-Basistunnel in Betrieb, würden sich auch neue „Fahrzeitreserven“ auftun. Also voraussichtlich im Jahr 2030.
Dann wird man von Wien nach Klagenfurt nur mehr 2 Stunden und 40 Minuten unterwegs sein, statt derzeit gut 4 Stunden ...
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