Setzen sich die Babler-Kritiker durch?
Gerhard Zeiler will Andreas Babler ablösen.
Der steirische Parteichef Max Lercher hatte zur Feier seines 40. Geburtstags (24.9.) geladen – in das Gasthaus Anthofer in St. Ruprecht ob Murau, in seinem „Heimatrevier“. Rund 100 Gäste waren in die Obersteiermark gekommen, um ihm zu gratulieren.
Lercher hat ja in den letzten Monaten immer wieder mit offener Kritik an der Regierungspolitik und damit auch an Parteichef Andreas Babler nicht hinter den Berg gehalten. Und wie man weiß, steht Lercher noch immer im „Doskozil-Lager“, für den er auch politisch tätig war. Dieser, wie auch der neue Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner zeigten sich in Interviews und Statements ebenfalls unzufrieden mit Entscheidungen Bablers und der Regierungspolitik.
Steht nun Veränderung an?
Wieder einmal. Der Medienmanager Gerhard Zeiler wird seit einigen Wochen neuerlich als möglicher Nachfolger von SPÖ-Chef Andreas Babler gehandelt. Mittlerweile ist Zeiler bereits 71-jährig.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurde der Medienmanager immer wieder als Kandidat ins Spiel gebracht, wenn die SPÖ auf der Suche nach einem Nachfolger-Obmann in ihrer Partei war. Zeiler kommt sozusagen aus der SPÖ, war dort über Jahre in verschiedenen Funktionen tätig. 1986 wechselte er in die Medienbranche. Seine Stationen: Tele 5, RTL II, RTL (9 Jahre), ORF-Intendant (1995-1998), 2012 wechselte er zu WarnerMedia.
Klare Worte in der „Krone“
Nun machte es Zeiler selbst in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ (25.9.) fix: Ja, er wolle SPÖ-Chef werden. Weil sein Name seit einiger Zeit wieder durch die Presse gegeistert sei, habe er zu sich gesagt, „du musst dich entscheiden“, sagt Zeiler im Interview. Man könne es weder anderen noch sich selbst zumuten, „nicht klar Stellung zu nehmen“. Deshalb habe er sich die Frage gestellt, ob er in der Lage sei, ob er den Mut, die Kraft, die Erfahrung dazu habe, Dinge zu ändern. „Meine Antwort lautet: Ja. Ich stehe zur Verfügung.“ Und: „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“ Allerdings: „Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt bin. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?“ Bisher bekam er die Chance nicht.
Spitzenpolitiker und ihre Berater formen sich ihre Lebenswelt und ihre „Blase“, in der sie agieren und entscheiden. Diese Struktur dient auch solange wie möglich als Schutzschild gegen Kritiker. Das international gegenwärtig „leuchtendste“ Beispiel dafür ist wohl der deutsche CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz. Er gibt sich unverletzbar und unbeirrt in seinem Stil. Doch wie es in der Politik halt so ist. Irgendein Nadelstich ist dann der letzte und plötzlich platzt die Blase. Und könnte auch auf Andreas Babler, 53, zukommen. Mit seinen 71 Jahren wäre Gerhard Zeiler im Falle einer Wahl bei seinem Amtsantritt der älteste Parteichef in der SPÖ.









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