„Wie lebt man weiter, wenn die Familie stirbt?“

Es geschah am 20. März 2008. Barbara Pachl-Eberhart verlor ihren Mann Heli und ihre beiden Kinder Thimo und Fini in St. Margarethen an der Raab bei einem schrecklichen Autounfall an einem unbeschrankten Bahnübergang. Der 38-jährige Vater verstarb an der Unfallstelle und der sechsjährige Bub und seine zweijährige Schwester erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Farbenfrohes Begräbnis

Rund eine Woche später kam es – nach unserem Verständnis – zu einem totalen Tabubruch. Es gab ein farbenfrohes, afrikanisches Begräbnis. Eine ergreifende Mischung aus tiefer Trauer und farbenprächtiger, fast ausgelassener Feier. Die das Leben der Verstorbenen als Mittelpunkt hatte. Weil der Tod nicht als Ende gilt. Mit dem unglaublichen weiteren Leben nach dem Schicksalsschlag. Damit sagte die einsame Barbara Pachl-Eberhart „ja“ zu ihrem weiteren Leben und dem Weg dorthin.

Vier minus drei

Nach diesem Schicksalsschlag begann die gebürtige Wienerin mit dem Schreiben – zunächst nur für sich selbst. Später entstand aus diesen sehr persönlichen Aufzeichnungen ein Bestseller-Buch über Trauer, Verlust und den Weg zurück ins Leben. „Vier minus drei“ berührt durch seine Ehrlichkeit und zeigt, dass auch nach tiefstem Schmerz wieder Hoffnung entstehen kann.

Spielfilm-Drama in heimischen Kinos

Mittlerweile hat die außergewöhnliche Lebensgeschichte auch den Weg auf die Kinoleinwand gefunden. Adrian Goiginger nahm das Buch als Drehbuchvorlage für den gleichnamigen Film „Vier minus drei“. Hauptrolle in diesem Spielfilm-Drama übernahm die Oberösterreicherin Valerie Pachner. Die österreichisch-deutsche Koproduktion feierte Mitte Februar im Rahmen der Berlinale ihr Debüt, kürzlich kam es zur Österreich-Premiere im Wiener Gartenbaukino.

„Hinter den Schlagzeilen – Wenn ein Unfall das Leben zerstört“ titelte kürzlich auch ein ORF-Interview mit Pachl-Eberhart. Bei Patrick Budgen erzählt sie, wie sie sich ins Leben zurückgekämpft hat, was ihr bei ihrem Neuanfang besonders schwer gefallen ist und was wir von Clowns lernen können. (Zum Nachschauen)

„Wie lebt man weiter, wenn die Familie stirbt?“

Auch dem Grazer Markus Leyacker-Schatzl gelang es, Barbara Pachl-Eberhart für ein ausführliches Gespräch vor die Kamera zu holen. Und zwar für seine Serie „Menschen im Porträt“. Im ausführlichen Interview spricht er mit ihr über den schweren Schicksalsschlag und wie sie ihr Leben bewältigt. Alles in gut dosierten Abschnitten:

Der Unfall 2008
Meine Rolle als Clown-Doktor
Die Tage im Krankenhaus
Die Zeit nach dem Verlust meiner Familie
Meine größten Herausforderungen
Was mir Kraft gegeben hat
Die Sinnfrage
Der Moment, in dem ich sterben wollte
Mein Buch „Vier minus drei“
Mein Beweggrund für das Buch
Meine neue Partnerschaft
Kritik an meinem Buch
Die Verfilmung meiner Geschichte
Kann ich jemals wieder glücklich sein?
Was ich mir vor 18 Jahren gerne sagen würde
Meine Botschaft an jene, die trauern
Meine Gedanken zum Sterben und zum Mensch-Sein

Und am Ende des Gesprächs (HIER zum Nachschauen) fragt Leyacker-Schatzl: „Wenn in 100 Jahren in einem Antiquariat jemand Ihr Buch in die Hand bekommt und sich fragt: Wer war Barbara Pachl-Eberhart? Was war an ihr so besonders? Was sollte man ihm antworten?“

Nach kurzem Nachdenken antwortet sie: „Barbara Pachl-Eberhart war ein ganz normaler Mensch, der sich die Zeit genommen hat, auf das, was es bedeutet, Mensch zu sein, wirklich genau hinzuschauen und anderen davon zu erzählen.“

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