90 % aller Darmkrebsfälle vermeidbar
Jahr für Jahr erkranken fast 5000 Menschen in Österreich an Dickdarm- oder Mastdarmkrebs. Trotz aller Fortschritte in der Therapie sterben auch jedes Jahr rund 1100 Frauen und mehr als 1200 Männer daran. Mehr als 90 % dieser Karzinome sind auf dem Boden eines über viele Jahre langsam wachsenden und ursprünglich gutartigen Darmpolypen entstanden. Das konsequente Aufspüren und Entfernen dieser Polypen könnte also bis zu 90 % aller Darmkrebsfälle verhindern.
„Darmkrebs gehört zu jenen Krebserkrankungen, deren Entstehung weitgehend vermeidbar ist – wenn rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen genutzt werden“, betont der Grazer Chirurg Martin Hoff. Mit einer frühzeitigen Darmspiegelung können gutartige Veränderungen erkannt und entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Jährlicher Test auf okkultes Blut im Stuhl
Ab dem 40. Geburtstag sollte jährlich eine Untersuchung auf okkultes (verborgenes) Blut im Stuhl durchgeführt werden. Der Okkulttest kann zu Hause durchgeführt werden. Man erhält ein Testset vom Arzt, auf dem eine kleine Stuhlprobe aufgebracht wird. Der Test wird anschließend vom Arzt ausgewertet.
Vorsorge-Koloskopie
Die Darmspiegelung gilt als Goldstandard, denn dabei können Polypen sofort erkannt und entfernt werden. Dank moderner Methoden ist die Untersuchung heute deutlich weniger belastend. Wenn in der Familiengeschichte keine Darmkrebserkrankungen vor dem 60. Lebensjahr und bis dahin auch keine sonstigen Darmbeschwerden aufgetreten sind, sollte die erste Koloskopie zeitnah ab dem 45. Geburtstag durchgeführt werden.
Alle großen österreichischen Sozialversicherungen (ÖGK, BVAEB und SVS) sowie auch zahlreiche andere Krankenversicherungsträger ermöglichen die Durchführung einer Vorsorge-Koloskopie für ihre Versicherten bereits ab dem 45. Lebensjahr. Die flächendeckende Einführung des (modernen) immunologischen Stuhltests auf Blut, kurz „FIT“ genannt, soll in absehbarer Zeit folgen.







Sei der erste der kommentiert