Gefährliches Garteln im „Autopilot“-Modus

Mit dem Frühling ist auch für viele Steirerinnen und Steirer wieder Garteln angesagt. Damit beginnt aber auch leider wieder eine unfallträchtige Zeit, wie aktuelle Daten des KFV zeigen. Allein von März bis Ende Oktober verunglückten im vergangenen Jahr österreichweit rund 18.600 Menschen bei Gartenunfällen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten.

Die Bandbreite der Verletzungen bei der Gartenarbeit reicht von Knochenbrüchen (54%) über offene Wunden (24%) bis hin zu Sehnen- und Muskelverletzungen (7%). Am häufigsten betroffen sind unter den Körperteilen die Hände (31%), gefolgt von den Füßen (18%).

Auffällig: 37 Prozent aller Unfälle passieren zwischen 15:00 und 17:00 Uhr. Der Grund liegt oft in nachlassender Konzentration nach einem langen Tag sowie in der Hitze am Nachmittag.

Die häufigste Ursache sind Stürze (67 Prozent) – etwa durch herumliegende Werkzeuge oder unebene Böden. Danach folgen Schnitt- und Stichverletzungen (18 Prozent). Besonders betroffen sind Menschen über 65 Jahre, sie machen rund 62 Prozent der Verletzten aus. Trotz der Risiken verzichten viele auf Schutz: Ein Drittel trägt selten oder nie entsprechende Ausrüstung.

Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV betont: „Viele – vor allem einfache – Tätigkeiten im Garten erledigen wir im ‚Autopilot‘, doch dadurch nehmen wir einige Gefahren nicht bewusst wahr und treffen oft keine besonderen Schutzmaßnahmen. Wichtig ist daher, vor Arbeitsbeginn mindestens 60 Sekunden in Gefahrenkategorien zu denken und sich zu fragen: Gibt es Stolper- oder Sturzgefahren? Bestehen Risiken durch elektrische Energie, wackelige Leitern oder scharfe und rotierende Geräte? Oder gibt es Gesundheitsgefahren durch Staub und Partikel?“

Wer diese Checkliste vor jeder Tätigkeit kurz gedanklich durchgeht, erkennt Risiken deutlich besser. Und nicht zuletzt sollte man auch stets ein Erste-Hilfe-Set griffbereit haben, um bei kleineren Verletzungen rasch reagieren zu können. Dann steht dem Garteln nichts mehr im Wege.

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