Final Call für: „Mei Herz schlogt grün, für immer grün“
Es war 1986 beim legendären Grazer Stadtfest der Steirerkrone. Dieses war von der seinerzeitigen Steirerkrone-Führung Jürgen Lehner/Georg Nowotny in den späten 1970er-Jahren erfunden worden. Schon bei der Premiere gab es zigtausende Besucher im Zentrum und am Hauptplatz. Damals waren alle Attraktionen (Ringelspiel usw.) samt Verpflegung (für die Kinder) gratis. Also Begeisterung pur unter den Besuchern. 1984 vor allem beim Auftritt von Catch-Weltmeister Otto Wanz, selbst Grazer. Auf einem eigens vor der Bühne aufgebauten Kampfring. Tausende feuerten ihn mit „Otto, Otto“-Rufen an. 1986 war es wieder soweit.
Auch heute hörenswert: Die Geburt des „Erzherzog Johann Blues“
Und dafür hatte Marianne Schuster, von der Steirerkrone, eine weitere Idee: „Man müsste für das ‚Stadtfest eine poppige Hymne auf die Steiermark und ihre Rockszene komponieren!“ Und der Liebling der TV-Nation, Moderator für das Stadtfest, Erich Götzinger: „Man müsste für das ‚Steirerkrone-Stadtfest‘ eine Allstar-Band der heimischen Musiker zusammenstellen.“
Der Zweck war von vorne herein klar: Signalhaft sollte in der Steiermark Menschen mit Einzelschicksalen geholfen werden. Also eine Charity-Sache. Aus einer langen Liste von Personen wählte die Jury den Grazer Herbert Strobl. Er hatte beide Beine durch einen Unfall verloren. Mit dem eingespielten Geld wurde seine persönliche Mobilität mit der Anschaffung eines Behindertenfahrzeuges von Graf Carello entscheidend verbessert. Es sollte ein nachahmenswertes Beispiel gesetzt werden.
Wenn zwei Ideen aufeinandertreffen, entsteht ein Funke. Wenn ein Funke auf Alex Rehak trifft, wird er Zündfunke. Der Sänger (von Turning Point) traf sich mit der „Musikwerkstatt“ – Klaus E. Kofler und Ronnie Herbolzheimer – im Kaffeehaus. Rehak berichtete vom Projekt „Band für Steiermark“. Auf dem Tisch sein Diktiergerät. Klaus Kofler summte einen Melodiefetzen. Wir fanden die Refrainzeile „Mei Herz schlogt grün“ – das Skelett für den „Erzherzog Johann Blues“ war da!
So beschreibt Ronnie Herbolzheimer im Jahr 1986 in der „Steirerkrone“ den Beginn der „Band für Steiermark“, der größten Musikidee Österreichs, deren 25-Jahr-Jubiläum am 1. Juli 2010 in Mürzzuschlag gefeiert wurde.
Rasch entwickelte die „Band für Steiermark“ eine starke Eigendynamik. Nicht weniger als neun Interpreten von Nummer-1-Hits machten mit, die gesamte steirische und auch Interpreten der österreichischen Pop-Szene beteiligten sich am Projekt.
Der Rest ist schnell erzählt: Der damalige Alpha-Boss Friedberg ist begeistert vom Produkt, seine Firma bringt den „Erzherzog Johann Blues“ auf den Markt, von dem schon vor der Erscheinung 6.000 Stück verkauft sind. Star-Produzent Peter Müller macht gratis die Endabmischung in seinem „Soundmill“-Studio, von Charly Gutmann stammt das originelle Cover. Spenden und Sponsoren tragen dazu bei, dass eine erhebliche Summe für den guten Zweck zusammen kommt.
Schließlich steht die „Band für Steiermark“ das erste Mal auf der Bühne am Grazer Hauptplatz. Vor einer begeisterten Zuschauer-Menge. Stadtfest-Moderator Erich Götzinger „serviert“ die Überraschung. Der „Erzherzog-Johann-Blues“ wird ein Hit, der auch heute noch vielen ganz leicht von den Lippen kommt.
In der Folge wurden von der „Band für Steiermark“ bis heute die Aktionen „Licht ins Dunkel“ oder „Special Olympics Österreich“ und andere Charity-Events unterstützt.






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