Fußball-Zwerg Hartberg macht vieles richtig

Grande Finale gegen Blau-Weiß Linz am Sonntag, 17 Uhr

Schon ein Punkt, also ein Unentschieden, reicht dem TSV Hartberg am kommenden Sonntag (8.3.) für das Meister-Play-Off in der heimischen Bundesliga. Euphorie daher in Hartberg. Zum dritten Mal nach 2020 und 2024 wäre man damit im Meister-Play-Off dabei. Mit 5.500 Fans ist das Stadion ausverkauft. Die Stadt selbst – nur zum Vergleich – zählt knapp 7.000 Einwohner.

Nur drei Punkte hinter Sturm Graz

Angeführt wird die Tabelle von Red Bull Salzburg mit 37 Punkten, dahinter Sturm Graz mit 35, LASK (34), Austria Wien (33) und eben Hartberg (32). So knapp wie noch nie die Ausgangssituation vor dem entscheidenden Spieltag am Sonntag. Auch der Abstand zwischen Hartberg und der Meistermannschaft von Sturm sind nur drei Punkte. Dieser geringe Abstand erklärt indirekt auch die mangelnde internationale Reife der heimischen Klubs. Hartberg erreichte zuletzt in Salzburg ein 0:0. Die Bullen haben viel von ihrer früheren Strahlkraft verloren.



Aus der Not eine Tugend

Obwohl die Hartberger mit ihrem Budget von 12 Millionen Euro im Vergleich zu Red Bull Salzburg, Sturm Graz (ca. 50 Millionen Euro), Rapid, Austria Wien ein Fußball-Zwerg sind, spielen sie seit Jahren in der Bundesliga im Mittelfeld mit. Ein Hauptgrund für den Erfolg gegenüber den großen Klubs in Österreich – so zum Beispiel auch den steirischen Rivalen Sturm Graz und seit einem Jahr auch GAK mit ihren hoch bezahlten „Söldner-Teams“ – ist der Einsatz heimischer, junger Spieler. Das kleine Budget zwingt dazu – gleichsam also die Geldnot.

Heimische Talente

Der wesentliche Faktor ist der Einsatz dieser jungen österreichischen U22-Spieler, bei dem der TSV in der Saison 2024/2025 die klare Nummer eins in der Liga war. Bei den Österreicher-Minuten inkl. der vierfach zählenden U22-Minuten liegt der TSV Egger Glas Hartberg mit 44.235 Minuten mehr als 12.000 Minuten vor dem Zweitplatzierten. Diese Mannschaft rund um die jungen Talente Fabian Wilfinger, Elias Havel, Justin Omoregie, Furkan Demir, Damjan Kovacevic, Marco Hoffmann und Maximilian Fillafer war eine Säule für den Erfolg.

Kader und Marktwert

Der aktuelle Kaderwert des TSV Hartberg wird auf etwa 13 bis 15 Millionen Euro taxiert. Im Vergleich dazu Sturm: knapp 50 Millionen. In der österreichischen Bundesliga liegt das Mediangehalt für Profis bei etwa 8.000 Euro brutto pro Monat. Die Hartberger liegen bei den Fixgehältern im unteren Mittelfeld der Liga. Man gleich dies aber oft durch leistungsbezogene Komponenten aus. Und der Zulauf der Fans zeigt den richtigen Weg von Trainer Manfred Schmid.

Europameister bei den Trikots

Keine andere Bundesliga-Mannschaft hat – oder gesagt muss – so viele Sponsoren anführen wie Hartberg. Hauptsponsor ist Egger Glas. Es sind bis zu 21 überwiegend regionale Sponsoren. Diese bilden das wirtschaftliche Rückgrat für das Überleben des umtriebigen Fußball-Zwergs.

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