Nacht-Naturschützer gründen „Paten der Nacht Österreich“

Bewusstsein schaffen für Auswirkungen der Lichtverschmutzung

Am vergangenen Wochenende trafen sich engagierte Nacht-Naturschützer aus verschiedenen Bundesländern an einem der dunkelsten Orte Österreichs – im Nationalpark Gesäuse – zur Gründung des Chapters „Paten der Nacht Österreich“.

Erklärtes Ziel der ehrenamtlich tätigen Aktivisten von „Paten der Nacht Österreich“ ist Aufklärung zu den negativen Auswirkungen von zu viel und zu hellem Licht auf Natur und Mensch. Gerade in Zeiten einer Energiekrise ist auch der immense Ressourcen- und Energieverbrauch zur Herstellung und für den Betrieb von Leuchten anzuprangern.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Ressource Licht (vor allem durch die Entwicklung von LED) so billig geworden, dass sie geradezu verschwenderisch eingesetzt wird. So wird zu viel (zu viel Lichtquellen), zu hell (zu hohe Lichtstärke), zu lange (oft die ganze Nacht), zu blau (weiß-blaues Tageslicht unterdrückt das Schlaf-Hormon Melatonin) und auch einfach nur zur Gaudi (z. B. Himmelsstrahler, Gebäude- und Gartenbeleuchtung) beleuchtet.

Die „Paten der Nacht“ wollen das ändern und werden neben Bewusstseinsbildung vor allem auch konkrete Handlungsvorschläge erarbeiten. Überdies wollen sie ein Netzwerk von Fachexperten aus Lichttechnik, Astronomie, Umwelt- und Naturschutz, Medizin für den Erhalt einer natürlichen Nachtnatur aufbauen.

„Für uns als Nationalpark war das Treffen sehr wertvoll. Es freut uns, wenn das Gesäuse Österreichweit als Region wahrgenommen wird, in der die Natur noch viel intakter ist als an vielen anderen Orten dieser Welt“, berichtet Andreas Hollinger vom Nationalpark Gesäuse. „In Admont haben die Fachleute festgestellt, dass schon sehr viele Straßenlaternen auf energiesparende LED-Technik umgerüstet wurden. Der Abstrahlwinkel dieser Leuchten ist gut, das Licht trifft auf die Straße und wird nicht in den Himmel abgestrahlt.“

Geringe Kosten, große Wirkuing

Insgesamt sei Admont schon auf einem recht guten Weg. Die Situation im Marienpark, wo ein Denkmal mit Bodenstrahlern angeleuchtet wird, sei aber ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, so Hollinger. Doch auch da gäbe es eine leichte und billige Lösung: mit einer Schablone, die man vor die Scheinwerfer montiert. „Damit kann man das Licht, das nicht auf das Denkmal trifft, sondern sinnlos in den Himmel strahlt, abblenden. Geringe Kosten und große Wirkung.“

Es sei sehr wertvoll, so praxistaugliche Tipps zu bekommen. „Wir werden in Zukunft viel stärker zwischen den Schutzgebieten zum Thema Lichtverschmutzung zusammenarbeiten. Mit den Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse, dem Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und dem Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen haben wir dazu optimale Voraussetzungen.“

Wie schön und magisch ein natürlich dunkler Nachthimmel sein kann, hat Teammitglied Michael Kleinburger in seinem unlängst erschienenen Film „Noctis Austria“ aufbereitet.

Siehe dazu https://www.youtube.com/watch?v=Rt3LxL-n2KQ oder https://kleinburger.com/ 

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