Olympia 2026 in Cortina d'Ampezzo
Bilderbuch-Winter in Cortina – Horror-Winter für Kiew
Am kommenden Sonntag gibt es nur noch die Schluss-Zeremonie in Verona für Olympia 26. Aber schon jetzt kann man eines sagen: Es sind noch / waren Olympische Winterspiele, so wie sich das die Fans vorstellen. Mit Winterlandschaften wie aus dem Bilderbuch und viel Schnee von Frau Holle geschickt. Weiß nicht nur aus Schneekanonen. Noch dazu in einem Land, das viel, viel Tradition im Wintersport hat und zu den erfolgreichsten Nationen dieser Spiele zählt. Mit Federica Brignone als Doppel-Olympiasiegerin und Königin. Aber nicht nur ihr Erfolg sorgte für starke Emotionen im ganzen Land.
Dass die Italiener gastfreundlich und fröhlich sind, weiß man. Dass sie diese Spiele aber praktisch perfekt – trotz aller Unkenrufe – abgewickelt und über die Bühne gebracht haben, dazu muss man ihnen gratulieren. Nicht zuletzt, weil die zigtausenden Fans aus Ländern kamen, die mit dem Wintersport vertraut sind. Bei denen die Wettbewerbe Begeisterung auslösen.
Denn ganz anders war das im tausende Kilometer entfernten Peking (2022), Pyeongchang (2018) und auch in Sotschi (2014). Wo die Menschen einfach wenig Beziehung zu dieser Art von Wintersport haben.
Und für uns Europäer, die wir vor den TV-Schirmen die Spiele verfolgten, wirkte alles vertraut. Auch die Anreise für die Mehrheit der Athleten war ungewöhnlich kurz. Alles in allem also ein harmonisches, friedliches Wintersport-Fest.
Selbst die Ukraine war mit einem 50-köpfigen Athleten-Team vertreten. Auch wenn ihnen eine Medaille versagt blieb, waren es für die Sportler mehrere Wochen in einer doch friedlichen Welt. In der Ukraine schneite es ebenfalls, so wie bei uns in diesen Tagen. Wir verfolgen die TV-Übertragungen im gut beheizten Wohnzimmer und freuen uns über die winterliche Landschaft und die weiße Pracht vom Himmel. Ganz anders in der Ukraine, wo vom Himmel tödliche Gefahr droht. Mit täglichen Drohnen- und Raketenangriffen, die für Millionen von Menschen ein Martyrium bedeuten.
Gerade der Winter in Kiew ist für die Menschen ein Horror. Sie müssen in ihren Wohnungen und Häusern bei Temperaturen von fünf oder sechs Grad leben, man ist fast versucht, zu sagen, überleben. Weil es keinen Strom, keine Heizung, keine Energieversorgung gibt. Das kann zwar auch bei uns passieren, wenn der Schnee Chaos auslöst. Aber bei uns ist nach wenigen Tagen wieder alles in Ordnung gebracht. In Kiew und in der Ukraine ist das mit toten und verletzten Nachbarn, Mitbürgern „verbunden“.
Auch wenn man meint, sich das vorstellen zu können – diese Aussichtslosigkeit ist nicht wirklich spürbar. Es gibt Situationen im Leben, die man sich wirklich nur dann vorstellen kann, wenn man sie selbst erlebt und überlebt hat.







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