Mit Hightech Führerschein erschwindelt

Kreative Syrer und Afghanen

Integration einmal anders versucht. Die Landespolizeidirektion deckte nach monatelangen Ermittlungen einen Führerschein-Betrug auf, bei dem Syrer und Afghanen die Profiteure waren. Via Mini-Kamera wurden während der Prüfungen Bilder von Fragen an eine fremde Person weitergeleitet. Die Prüflinge waren mit winzigen Kopfhörern verkabelt. Über diese empfingen sie dann die richtigen Antworten, die der Prüfling dann nur noch eintippen musste. Die Ausrüstung dafür wird sonst in Spionagefällen und von Geheimdiensten verwendet. Der Führerschein-Prüfling musste für diesen Service in der Regel rund 2.000 Euro an den „Informanten“ abliefern.

„Voriges Jahr waren es hauptsächlich Syrer, heuer vor allem Afghanen“, berichtet Gruppeninspektor Johann Klammler, der in der Polizeiinspektion Graz-Karlauerstraße die Ermittlungen leitete. Auf frischer wurde am vergangenen Donnerstag ein 35-jähriger Afghane ertappt und bei ihm auch das IT-Equipment sichergestellt. Insgesamt konnten die Beamten im Rahmen der „Operation Fokus“ von Graz aus 68 Fälle aufdecken. Österreichweit gibt es 90 Verdächtige, gegen die ermittelt wird. Die Manipulationen erfolgten bei Prüfungen nicht nur in Graz, sondern auch in Fürstenfeld und in anderen Bundesländern.

An den Reglern des IT-Equipments und als „Einflüsterer“ konnte die Polizei unter anderem ein junges Paar aus Graz ausforschen. Die beiden haben bereits gestanden, an den Manipulationen mitgewirkt zu haben. In der Wohnung fand man auch entsprechende IT-Geräte. Einem Syrer, der in Wien lebt und sich wegen anderer Delikte in Haft befindet, konnten die Ermittler 35 Fälle von Führerschein-Betrug nachweisen. Auch ein Mitarbeiter einer Fahrschule war daran beteiligt. Die Führerscheinbesitzer verlieren nun ihren Schein wieder.

Erste Informationen über diese strafbare Hightech-Prüfungsart gehen bereits auf das Jahr 2017 zurück.

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