Kein faires Spiel der Vereinsbosse

Es geht um das in die Jahre gekommene Stadion Liebenau und alles, was sich rund um die aktuelle Diskussion der Erneuerung abspielt. Recherchen bei der Stadt Graz als Stadion-Betreiber und dem Land Steiermark summieren sich zu einer überraschenden Erkenntnis.
Die Verantwortlichen der Fußball-Profi-Vereine kolportieren bis heute, dass das Stadion Liebenau mit 15.000 möglichen Zuschauern aus Sicht der UEFA für Champions-League-Spiele ZU KLEIN sei, zu wenig Fassungsvermögen habe. Da stand immer die Zahl von einem Fassungsvermögen mit mindestens 20.000 Fans im Raum. Nun gibt's das jüngste Beispiel Bodø, das zeigt: Die UEFA-Fußballwelt ist doch eine andere – auch für Champions-League-Spiele. Im Stadion in Norwegen haben nicht einmal 10.000 Besucher Platz. Also liegt’s nicht an der Größe, sondern an der „Ausstattung“. Das ist ja auch in den letzten Tagen nach Bodø kommuniziert worden.

Keine Frage, dass das Stadion Liebenau weitreichende Erneuerungen und Investitionen braucht. Erfolgen nur einige davon, so wäre es nach dem gegebenen Kenntnisstand durchaus möglich, dass auch in Graz Champions-League gespielt wird.
Ein wichtiges Detail sind zum Beispiel neben den Möglichkeiten für Medien usw. die TV-Studios und die Kamerapositionen. Für die Champions-Leage braucht es dafür Flächen von 6x2 Meter und nicht wie für die Europa League ausreichende 4x2 Meter. Ein weiteres Detail wären auch Regenrinnen oder genügend Raum für die Werbepartner der Champions-League.
Diese To-Do-Liste, so heißt es von den Stadion-Betreibern, hätte man höchstwahrscheinlich sogar noch für diese Saison geschafft, dass also Sturm seine Spiele in Graz hätte austragen können. Doch der Traum ist ja geplatzt. Denn Sturm hatte ja eine solche Möglichkeit grundsätzlich ausgeschlossen, weil damit auch weniger Zuschauereinnahmen verbunden gewesen wären.
Gut, im Nachhinein ist man immer klüger, könnte man sagen. Die verminderten Zuschauer-Einnahmen hätte man aber zum Beispiel durch ein Public Viewing mit Eintrittsgebühr lösen können. Oder nicht?

Beide Seiten – Stadionbetreiber und Vereine – gehen nicht fair miteinander um. Schon allein, was die Aufteilung der 26 Sektoren im Stadion für die einzelnen Anhängerklubs angeht. Da gibt es eine Art Katz-und-Maus-Spiel. Den Schwarzen Peter bekommt dann jeweils der Andere. Würden alle Player wirklich offen, fair und lösungsorientiert miteinander umgehen, dann ließen sich viele notwendige, organisatorische Veränderungen kurzfristig umsetzen.
Bodø aus Norwegen hat damit schon der Öffentlichkeit mehr Einblick verschafft. Es braucht also nicht „von heute auf morgen unbedingt ein neues Stadion“. Sondern es braucht grundsätzlich mehr Fairness von den Verantwortlichen. Die ja noch dazu da und dort völlig andere (politische) Positionen vertreten. Da entsteht auch der Eindruck, dass im Hintergrund, wie halt üblich, der Eine dem Anderen einen Erfolg nicht gönnt.
Ob Sturm jemals wieder in naher Zukunft Champions-League spielen wird – wer weiß es. Wiewohl wir als Fans uns das klarerweise wünschen würden. Ein neues Stadion hat logischerweise lange Vorlaufzeiten, aber auch ein Um- und Ausbau in Liebenau erfolgt nicht so rasch wie gewünscht.
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