Wenn Schlaf krank macht

Von Kopfschmerzen über erhöhtes Unfallrisiko bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall

Schlaf ist weit mehr als bloße Erholung – er ist ein wesentlicher Bestandteil körperlicher und psychischer Gesundheit. Anlässlich des Internationalen Tags des Schlafes informieren Experten der Schlaflabore des LKH Hochsteiermark und des LKH Graz II über die Ursachen von Schlafstörungen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten.

Atempausen während des Schlafens

„Guter Schlaf ist zwar eine subjektive Einschätzung, medizinisch sprechen wir jedoch von nicht erholsamem Schlaf, wenn Schlafstörungen zu Beeinträchtigungen im Alltag führen“, erklärt Otmar Schindler, Primar am LKH Hochsteiermark. Zu den häufigsten Schlafstörungen zählen Insomnien mit Ein- und Durchschlafproblemen sowie Hypersomnie mit starker Tagesschläfrigkeit. Häufig liegen auch schlafbezogene Atemstörungen vor, bei denen es zu Atempausen während des Schlafs kommt.

Wie viel Schlaf tatsächlich „ausreichend“ ist, variiert von Mensch zu Mensch. „Die benötigte Schlafdauer liegt im Durchschnitt bei etwa sieben Stunden“, so Eveline Kink, Primaria am LKH Graz II. „Ein gutes Zeichen für ausreichend Schlaf ist, wenn man sich morgens ausgeruht fühlt und tagsüber keine ausgeprägte Einschlafneigung verspürt.“

Fehlt diese nächtliche Regeneration, zeigen sich die Folgen rasch: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und ein erhöhtes Unfallrisiko sind typische Warnzeichen. Langfristig kann Schlafmangel gravierende gesundheitliche Konsequenzen haben. „Schlafdefizite beeinflussen hormonelle und immunologische Prozesse im Körper“, warnt Schindler. Dadurch steigt das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck – ebenso für Schlaganfälle, Herzinfarkte und neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer.

Schlafhygiene als wichtige Grundlage

Ob eine Schlafstörung vorliegt, lässt sich durch medizinische Untersuchungen abklären – etwa durch eine Polygraphie oder weiterführende Tests im Schlaflabor. Dabei werden Schlafdauer, Atmung, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung analysiert. Eine wichtige Rolle spielt zudem die sogenannte Schlafhygiene: regelmäßige Schlafzeiten, ein kühles, ruhiges Schlafzimmer und der Verzicht auf Bildschirmarbeit bis zu zwei Stunden vor dem Zubettgehen. Auch Alkohol, Koffein, schwere Mahlzeiten am Abend sowie intensive sportliche Aktivitäten kurz vor dem Schlafengehen sollten vermieden werden. Kink: „Je nach Ursache kommen darüber hinaus verhaltenstherapeutische Ansätze, eine nächtliche Atemunterstützung oder – in seltenen Fällen – Medikamente oder operative Maßnahmen zum Einsatz.“

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Wissen kompakt:
Schlafmedizin – erholsamer Schlaf

  • Einschlafdauer unter 30 Minuten und erholtes Aufwachen
  • Rund sieben Stunden Schlaf (individuell unterschiedlich)
  • Keine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit
  • Regelmäßige Schlafzeiten und schlaffördernde Umgebung

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