Ist der Fifa-Chef wirklich so naiv?

„Nicht Gianni Infantino, sondern Infantilo“

Foto: Wikimedia

Die einzige adäquate Reaktion auf den peinlichen Auftritt des größenwahnsinnigen Fifa-Präsidenten und seine Lügen knapp vor Beginn der WM – wo er sich in einem Monolog als „Katari“, als „Afrikaner“, als „Wanderarbeiter“, und, und bezeichnete – wäre die „rote Karte“ und damit der Ausschluss von der WM. Da dies nicht möglich ist, wäre – ich weiß, das bleibt leider ebenfalls ein frommer Wunsch – die einzig angemessene Antwort, wenn die Fußballverbände zum Beispiel von Deutschland, Niederlande, Dänemark ihre Teams von der WM in Katar aus dem Bewerb zurückziehen.

Die Fifa-Funktionäre und auch Spieler dieser Ländern üben ja seit Wochen und Monaten ganz massive Kritik an der WM und an Fifa-Präsident Gianni „Infantilo“. Durch einen Rückzug von der WM – das könnte auch nach der Gruppenphase sein – würde die Fußballweltmeisterschaft in Katar zur Farce. So wie schon im Jahr 2010 die Vergabe der WM an Katar eine Farce war – wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen und vielen Millionen Bestechungsgeldern. Noch heute laufen in den USA die Prozesse gegen wichtigste Funktionäre des Fifa-Vergabe-Kommittees. Einige sind noch immer in Haft.

Sollte aufgrund neuer, aktueller Vorfälle ein europäischer Verband tatsächlich den Rückzug eines Nationalteams beschließen, könnte man den Spielern trotzdem jene Prämien bezahlen, die sie für eine Final-Teilnahme bekommen hätten. Und mit Sicherheit wären sie DIE „Weltmeister der Herzen“ und die WM in Katar würde zu einem ewigen Mahnmal für mehr „fair play“ im Fußball werden. Weiters wäre ein solcher Eklat auch ein Warnschuss für die bestechlichen Delegierten im Fifa-Exekutiv-Kommittee. Dort sitzen leider nicht wenige, die mit Korruption und Menschenrechten keine „Probleme“ haben, weil das Leben in ihren Heimatländern genauso abläuft. Für sie ist Korruption so etwas wie „business as usual“.

Ja, es stimmt, dass so manche WM in Ländern stattfand, die ebenfalls keine Demokratien in unserem Sinn waren. Argentinien 1978 ist dafür ein unrühmliches Beispiel. Doch die Welt hat sich seit damals verändert – zumindest wenn es um die Debatte der Menschenrechte geht.

Gianni Infantinos Vorgänger war der Schweizer Sepp Blatter. Auf beide trifft eine alte Lebensweisheit zu: „Wie der Herr, so das G’scher.“

J.L.

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