Der Steirer Herwig Straka: Ein ERMÖGLICHER

Er zeigt das einmal mehr beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle

Es geht nicht um Wimbledon, Paris, die Australian Open oder die US Open – die vier Grand Slams mit einer Dauer von mehreren Wochen. Sondern es ist „nur“ eine Woche Wien mit einem 500er-Turnier in der Stadthalle. Und dennoch schlägt die absolute Tennis-Elite ab der kommenden Woche in Wien auf. Angeführt von Carlos Alcaraz und Alexander Zverev. Der in den letzten beiden Jahren dominierende Fast-Österreicher Jannik Sinner fehlt verletzungsbedingt. Der Italiener kommt aus Sexten, nur wenige Kilometer hinter der Kärntner Grenze in Südtirol. Er gewann das Turnier-Finale in Wien im letzten Jahr gegen Alexander Zverev.

Mit seinem Motto „das Unmögliche möglich machen“ lotst Herwig Straka die Weltstars im Tennis nach Wien. Wiewohl einwöchige Turniere für die Tennis-Spitze mehr Risiko zum Ausscheiden in sich haben. Anders als bei den großen 1.000er-Turnieren oder gar bei einem Grand Slam. Denn dort starten die Stars in das Turnier stets gegen weit schwächere Spieler. In Wien dürfen hingegen nur die 32 in der Weltrangliste am besten Platzierten auf den Court. Keine „Aufwärmrunden“ mit üblicherweise leichteren Gegnern, sondern vier Tage absolut am Leistungslimit.

Der Steirer Herwig Straka ist der Regisseur für dieses Mega-Sportevent, das heute mehr als ein Tennisturnier sein muss, um das Millionenbudget mit den Sponsoren dafür aufzustellen. „Es ist ein Event mit Entertainment“, so Straka. Es gelang ihm, mit dem Show-Act „Red Bull BassLine“ einen zusätzlichen Publikumsmagneten zu kreieren. Herwig Straka, im März 60 geworden, zählt als Event-Organisator zu den Top-Managern in Europa.

Das Dach als Königsidee

Der Anfang liegt 35 Jahre zurück. Es begann für den 64-fachen-steirischen Landesmeister im Schwimmen mit einem Tennisturnier im Shoppingcenter West in Graz-Webling.

Wir schreiben das Jahr 1992. Ein Jahr zuvor hat Herwig Straka mit seinem Freund Edwin Weindorfer noch auf einer extra für das Turnier auf einer grünen Wiese errichteten Tennisanlage junge, aufstrebende Tennisspieler nach Graz holen können. Ein Jahr später war auf dieser Anlage leider bereits ein Media Markt errichtet. Was tun? Doch Straka und sein Partner Weindorfer hatten „vorgesorgt“. Beim Bau des Media Markts war bereits die Statik besonders überlegt geplant gewesen. Denn erstmals wollte man ein internationales Tennisturnier auf dem Dach eines Großmarktes in einem Shoppingcenter durchführen. Zu damaliger Zeit wollte niemand so richtig daran glauben, dass das möglich sei.

Das Challenger Turnier entwickelte sich in den Jahren zum DEM Besucherhit in Österreich. Es war in der Glanzzeit eines Thomas Muster. Dieser durfte allerdings laut Reglement nicht in Graz bei diesem kleineren Turnier aufschlagen. Erst in späteren Jahren ergab sich das. Und heute steht Thomas Muster als Mitstreiter in Sachen Tennis für das Stadthallen-Turnier an Strakas Seite. Etliche Jahre war Straka auch der Manager Musters.

Neben Wien zeichnet Herwig Straka mit seiner Agentur e-motion auch für Turniere in Stuttgart und auf Mallorca verantwortlich. In Österreich lösten die Golfturniere im Fontana bei Wien, ebenfalls mit seiner Handschrift, einen nachhaltigen Boom aus.

Eines seiner Highlights war auch in der Steiermark. Event-Regisseur Straka holte die Spanische Hofreitschule für ein mehrtägiges Event erstmals nach Piber in die Weststeiermark. Dort, wo die Lipizzaner aufwachsen – also in deren Kinderstube. Wenige Wochen vorher war der Kartenverkauf eher schlecht. Es sah aus, als ob es das Ende für seine Karriere als Veranstalter wäre. Doch dann wurde das Gastspiel zu einem Mega-Ereignis mit dem Bundespräsidenten als Besucher.

Was macht Straka also richtig?

Ihn zeichnet aus, dass er als Veranstalter und Regisseur stets im Hintergrund seine Arbeit tut und nicht die Bühne sucht, wie das derzeit Kollegen aus der Musikbranche gerne tun. Die große Bühne bleibt für die Stars reserviert.

Weil auch die Politik für die Präsentation ihrer Leistungen professionelles Marketing nötig hat: Herwig Straka würde selbst diese Hürde bewältigen, um das „Unmögliche möglich zu machen“.


Tiefe Einblicke in seine Aktivitäten

Im vor wenigen Wochen veröffentlichten Interview im Rahmen der Serie des Grazers Markus Leyacker-Schatzl Menschen im Porträt spricht Herwig Straka über Erfolg, Rückschläge und das, was wirklich zählt.


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