Japanisches Meisterwerk kehrt ins Rampenlicht zurück

400 Jahre alter Osaka-Paravent in Schloss Eggenberg jetzt auch interaktiv erlebbar

Vor rund 400 Jahren entstand in Japan der heute als „Osaka zu byōbu“ bekannte Paravent – eines der bedeutendsten erhaltenen Zeugnisse des Goldenen Zeitalters der japanischen Handelsmetropole Osaka. Das außergewöhnliche Kunstwerk zeigt das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben Osakas zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Jahrhunderte später gelangte es nach Europa und wurde in den Sammlungen von Schloss Eggenberg des Universalmuseums Joanneum bewahrt.

Sensationelle Entdeckung

Von Zeit zu Zeit werden in Europa japanische Kunstwerke entdeckt, die man ohne Übertreibung als sensationell bezeichnen kann. Dazu gehört auch dieser faszinierende japanische Paravent mit der Darstellung von Ôsaka (jap. Ôsaka zu byôbu) aus dem frühen 17. Jahrhundert, der über 250 Jahre unerkannt als Wanddekoration im Japanischen Kabinett von Schloss Eggenberg überlebt hat.

Erst nach der Restaurierung des Raumes (2001–2004) war zu erkennen, dass die ostasiatischen Bildelemente der Rokoko-Bespannung eigentlich Bahnen eines in Europa zerlegten, achtteiligen japanischen Stellschirms aus dem frühen 17. Jahrhundert sind. Wieder aneinandergefügt, ergeben sie ein zusammenhängendes Gemälde: eine einzigartige und bisher unbekannte Ansicht von Schloss und Burgstadt Ôsaka vor 1615.

Seine außergewöhnliche kulturhistorische Bedeutung wurde für die Expo 2025 in Japan wiederentdeckt. Eine dafür entwickelte interaktive Reproduktion des Osaka-Paravents wurde den Verantwortlichen in Schloss Eggenberg übergeben. Damit können Besucher den Osaka-Paravent nun nicht nur im Original in einem der Prunkräume des Schlosses betrachten, sondern ergänzend dazu auch interaktiv entdecken. Die Anwendung erschließt verborgene Details, erklärt historische Zusammenhänge und erweitert die wissenschaftliche Vermittlung um eine zeitgemäße digitale Ebene.

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