Im Koralmbahn-Jet mit 221 km/h zum ersten Date
Der Ausflug nach Kärnten ist für 22 Schülerinnen und Schüler – sie kommen aus 15 Nationen – der ersten Klasse der Volksschule Leopoldinum in der Grazer Smart City ein besonderer Tag. Dementsprechend die Vorfreude und Aufregung. Und KLIPP ist mit an Bord. Ziel ist die Volksschule Lind in Villach.
Am Treffpunkt in der Waagner-Biro-Straße in Graz verabschiedet Saubermacher-Eigentümer Hans Roth die Reisegruppe persönlich. Von ihm kommt das Ausflugsgeschenk. Sein Unternehmen feiert ein 25-Jahr-Jubiläum mit dem Standort in Villach. Abfahrt ist um 8:03 Uhr. Schnell noch ein Gruppenfoto. Die Klassenlehrerin Silke Kicker mahnt zum Abmarsch Richtung Bahnsteig. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Annansa Maru-Lehner verantwortet sie den Besuch bei den Nachbarn in Kärnten.
Die erste Zugfahrt im Leben
Der Koralmbahn-Jet steht schon am Bahnsteig. Der Lärmpegel im Zug ist dann entsprechend ein bisserl höher als sonst. Ist es doch für einige Kinder überhaupt das erste Mal, dass sie mit einem Zug unterwegs sind. Großes Staunen. 221 km/h steht auf der Anzeige. „Wow, ist das schnell!“ Und dann wird’s draußen finster. Wir sind im 33 Kilometer langen Koralmtunnel. Die Stimmung ist gut.
„Hier gibt es noch eine Marie!“
Eine Stunde, 20 Minuten später am Hauptbahnhof Villach. Der Bus wartet schon. Er bringt uns in wenigen Minuten zur nahegelegenen Volksschule Lind. Wie die Schule in Graz eine mehrsprachige mit einem Englisch-Schwerpunkt. Schüler der Klasse 1c – auch aus verschiedenen Nationen – heißen uns im Turnsaal mit einem Lied willkommen.
Alle haben die Fahnen ihrer Herkunftsländer gezeichnet und „vergleichen“ sie mit jenen der Grazer Kinder. Und da wird deutlich, wie viel uns miteinander verbindet. „Hier gibt es noch eine Marie!“ „Er kommt auch aus Russland!“ Die Kinder zeichnen gemeinsam, es wird ein Regenbogen gebastelt und auch die Grazer Schüler:innen präsentieren ihr Schul-Lied: „Uns’re Schule, die ist smart ...“
Aufmerksame Kärntner Nachbarn: Sie haben kurzerhand ein Plakat mit der Koralmbahn gezeichnet, auf dessen „Rädern“ sich die Schüler aus Graz mit ihrem Namen verewigen dürfen. Die Zeit ist knapp, das Programm dicht. Am Ende noch ein Gruppenfoto. Und auch für die Direktorin der VS Lind Birgit Kabas steht fest: „Wir bleiben in Kontakt.“
„Sigi“ und das Saubermacher-Müllauto
Zugfahren, Busfahrt, Singen, Zeichnen. Das macht natürlich auch hungrig. Und so genießen wir das vorbereitete Picknick mit Weckerl und Gemüsesticks im angrenzenden Park der Schule. Dort wartet auch eine Überraschung: „Sigi“, das bekannte und begehrte Maskottchen von Saubermacher, hat sich neben ein Müllauto positioniert und begrüßt uns freundlich winkend. „Schau’, ein Fuchs“, ruft ein Mädchen begeistert und kuschelt sich gemeinsam mit anderen an Sigis weiches Fell. Willkommen heißt uns auch Gemeinderat Engelbert Linder als Vertreter der Stadt Villach. „Mit ganz lieben Grüßen von unserem Bürgermeister Günther Albel.“
Nach der Mittagspause zurück am Hauptbahnhof Villach. Im Laufschritt geht’s zur S-Bahn in Richtung Klagenfurt, wo uns ja noch der Minimundus-Besuch erwartet. Doch im Waggon die Hiobsbotschaft: „Alles aussteigen. Wegen eines Vorfalls auf der Strecke wird dieser Zug nicht abfahren.“ Schienenersatzverkehr. Zurück in einem Bus nach Velden und von dort weiter mit dem Regionalzug nach Klagenfurt West. Unruhe bei den Kindern. „Wann sind wir in Minimundus?“
Vom Eiffelturm direkt auf den Grazer Schlossberg
Längstens beim Eisschlecken in Minimundus sind die Strapazen der Anreise wieder vergessen. Die große weite Welt, ganz nahe und im Mini-Format. „Schau’, da fährt auch ein Zug!“ Begeistert „erklimmen“ die Kinder den Schlossberg mit dem Grazer Uhrturm. „Machst du bitte ein Foto von mir vor dem Eifelturm?“ Natürlich. Ein Highlight für die Kinder: „Eine Rakete!“ Das Space-Shuttle hebt mit viel Getöse und Rauch ein wenig vom Boden ab. Viele wären gern länger geblieben.
„Danke für diesen wunderschönen Tag, Frau Lehrerin“
Mit diesen Worten verabschiedet sich die kleine Malika nach unserer Rückkehr am Grazer Hauptbahnhof. Mit ihrer Familie ist sie erst letzten Herbst aus Ägypten nach Graz gekommen. „Sie hat nur Englisch gesprochen und kann sich jetzt schon in ganzen Sätzen auf Deutsch verständigen“, freut sich Silke Kicker, die ein Kind nach dem anderen wieder in die Obhut der wartenden Eltern übergibt. Sie alle werden daheim noch lange an diesen besonderen Tag denken, ist sie sich sicher ...
„How the World Works – wie die Welt funktioniert“
Unter diesem IB-Motto steht der Ausflug nach Kärnten. Seit dem Vorjahr ist das Leopoldinum in der Smart City die erste öffentliche International Baccalaureate Volksschule in Österreich. Sie ermöglicht den Schülern (mit Englisch-Schwerpunkt), ihre Schullaufbahn nahtlos in anderen Ländern fortzusetzen. Kinder aus 40 Ländern werden unterrichtet. Allein 15 Nationen sind es in der ersten Klasse, die mit uns nach Villach fährt.









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