In Sicht: Erträgliche Lösung beim Stadion-Umbau in Graz
Morgen, am Donnerstag (22.1.), ist es soweit. Die Stadt Graz und die Verantwortlichen der beiden Fußballklubs Sturm und GAK, angeführt von den Präsidenten Jauk und Ziesler und treffen sich. Es geht um ein realistisches, erträgliches Finanzierungsmodell für den nötigen Aus- und Umbau des Stadion Liebenau. Historisch: Bekanntlich haben sich die beiden Vereine erst kürzlich darüber verständigt, gemeinsam diese künftige Last zu tragen zu wollen.
Vorschlag der Stadt als Eigentümer des Stadion Liebenau:
Die Vereine Sturm und GAK können künftig die Pächter des Stadions sein und haben als solche praktisch „freie Hand“, wie sie die Vermarktung und den Betrieb gestalten. Der entsprechende Rahmen mit den Schankrechten usw. wird gemeinsam erarbeitet. Je erfolgreicher die beiden Vereine dieses Konzept umsetzen, umso mehr Einnahmen werden sie daraus lukrieren.
Den nötigen Aus- und Umbau des Stadions werden die Stadt Graz und das Land Steiermark finanzieren. Das Land wird als neuer gleichberechtigter Gesellschafter der Stadion Verwaltungs GmbH beitreten. Die Investition für den Stadion-Ausbau wird mit 60 bis maximal 70 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte Stadt und Land – veranschlagt.
Die beiden Vereine gründen eine Betriebsgesellschaft. Diese ist als Pächter der Handlungs- und Vertragspartner in Sachen Stadion und haftet mit klar definierten Auflagen und Sicherheiten für die Erfüllung des Pachtvertrages. Vergleichbar mit Mietverträgen von Gebäuden und Immobilien in der Privatwirtschaft.
Stadt und Land werden gemeinsam die Investitionskosten – maximal 70 Millionen Euro – tragen, dafür einen entsprechenden Kredit aufnehmen und den Aus- und Umbau des Stadions als Eigentümer beauftragen.
Der zentrale offene Verhandlungspunkt werden die daraus resultierenden jährlichen Miet-/Pacht-Kosten für Sturm und GAK sein. Diese wollen von der Stadt Graz und dem Land Steiermark so kalkulieren, dass nach der Übergabe des „neuen Stadions“ die laufenden (Erhaltung) und künftig nötigen Erneuerungsinvestitionen in der Miete bereits inkludiert sind. Vergleichbar mit der üblichen Rücklage bzw. Mietzinsreserve für die Abnutzung von Immobilien.
Ein weiterer offener Verhandlungspunkt wäre auch noch die Laufzeit des Kredits. Da stehen 20, 25 oder sogar 30 Jahre im Raum. Ein Rechenbeispiel: Bei einem 60-Millionen-Euro-Kredit mit einer Laufzeit von 20 Jahren und einem Fix-Zinssatz von 2 Prozent würde die jährliche Pacht ungefähr 3,7 Millionen Euro betragen und bei 30 Jahren Laufzeit rund 3,2 Millionen Euro. Jeder Prozentpunkt weniger schlägt sich klarerweise zu Buche.
Das sind nur Annahmen, in welche Richtung die künftige Lösung für den Stadion-Ausbau gehen kann und soll. Bis jetzt ist es ja so, dass die Vereine pro Spiel eine Nutzungsgebühr zahlen (Sturm 15.000 Euro, GAK die Hälfte) und alle anderen Risken trägt die Stadt.
Das absolut Neue an dem vorgeschlagenen Modell:
Stadt und Land nehmen nicht direkt Steuergeld in die Hand und schießen es als Förderung den Vereinen zu, sondern übergeben nach dem Ausbau ein topfites, Championsleague-taugliches Stadion mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Zusehern. Damit wird das Stadion zu keinem Fass ohne Boden mit dauernden Zuschüssen, sondern auch in den Büchern von Stadt und Land zu einem Asset. Und Steuermittel wären damit vernünftig eingesetzt und angelegt.
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