Steirer: Mindestens 3x pro Woche Fleisch ist zu viel
Die Empfehlung liegt bei etwa 16,4 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr. Tatsächlich werden in Österreich jedoch rund 58 Kilogramm konsumiert – mehr als das Dreifache. Das entspricht laut Eat-Lancet-Kommission etwa 7,44 Schnitzeln pro Woche, empfohlen wären rund 2,1.
Der „Tag der erschöpften Fleischration“ (Meat Exhaustion Day) ist in Österreich heuer am 14. April erreicht worden. Also jener Zeitpunkt, an dem die Bevölkerung bereits jene Fleischmenge konsumiert hat, die für ein ganzes Jahr empfohlen wird. Darauf macht die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ aufmerksam.
Auch die Steiermark zeigt ein deutlich fleischgeprägtes Ernährungsverhalten: Rund 73 Prozent der Bevölkerung essen laut Daten des Gesundheitsfonds mindestens dreimal pro Woche Fleisch oder Wurst. Damit liegt das Bundesland im österreichweiten Mittelfeld, jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Besonders häufig wird Fleisch von Männern sowie in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen konsumiert.
Die allgegenwärtigen Rabattaktionen von Fleisch im Lebensmittel-Einzelhandel wirken dabei als „Brandbeschleuniger“. „Wenn tierische Lebensmittel regelrecht verramscht werden, sinkt natürlich das Bewusstsein für ihren Wert. Dass für unsere Nahrung ein Tier gestorben ist, wird dann noch mehr in den Hintergrund gedrängt. Außerdem steigt der Preisdruck umso mehr, was langfristig zu einer Verschlechterung der Haltungsbedingungen der Tiere führt. Daher gilt: Wer billiges Fleisch kauft, zementiert Tierqual“, so Veronika Weissenböck von „Vier Pfoten“.
„Vier Pfoten“ warnt vor den Folgen des hohen Konsums für Gesundheit, Tierwohl und Klima. Vor allem die intensive Tierhaltung verursache erhebliche Treibhausgasemissionen. Zusätzlich würden Rabattaktionen im Handel Fleischprodukte künstlich verbilligen und so den Konsum weiter fördern. Die Organisation fordert daher unter anderem ein Verbot von Fleisch-Rabatten sowie eine verpflichtende Kennzeichnung von Tierhaltungsformen, um den Konsum langfristig zu reduzieren.






Sei der erste der kommentiert