Lebensstil beeinflusst, wie wir altern
Anti-Aging-Versprechen gibt es viele, von Wundermitteln aus der Natur bis zu Hightech-Behandlungen. Doch die wirksamsten Strategien für gesundes Altern sind oft überraschend einfach. Was wir täglich essen, wie viel wir uns bewegen oder wie gut wir schlafen – viele kleine Entscheidungen beeinflussen, wie gesund wir altern.
Genau hier setzt das neue Buch der Zellbiologin Corina Madreiter-Sokolowski von der Medizinischen Universität Graz und der Allgemeinmedizinerin Kristina Hütter-Klepp an: Sie zeigen, wie unser Lebensstil den Alterungsprozess mitbestimmt. Denn je früher man sich damit auseinandersetzt, desto besser, denn bereits in jungen Jahren werden entscheidende Weichen gestellt.
Gleichzeitig erforscht Corina Madreiter-Sokolowski in verschiedenen vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsprojekten die zellulären Mechanismen des Alterns und versucht, neue Angriffspunkte für Healthy-Aging-Strategien zu identifizieren.
Wie können wir möglichst lange gesund leben und gesund altern?
Dieser Frage widmen sich Wissenschaftler an der Med Uni Graz. „Wir arbeiten intensiv an neuen Ansätzen, die Zellen länger gesund halten. Ihr volles Potenzial können diese jedoch nur auf Basis eines gesunden Lebensstils entfalten“, betont Corina Madreiter-Sokolowski. „Studien zeigen, dass Faktoren wie Bewegung, Ernährung, Schlaf oder soziale Einbindung die gesunde Lebensspanne deutlich verlängern können, einzelne Aspekte sogar um mehr als ein Jahrzehnt.“
Bewegung, Ernährung und Schlaf als Basis
Zu den wichtigsten Stellschrauben zählen regelmäßige Bewegung, eine pflanzenbetonte Ernährung, ausreichend Schlaf, Stressreduktion sowie der Verzicht auf Rauchen. Auch soziale Kontakte spielen eine zentrale Rolle: So kann soziale Isolation ähnliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben wie bekannte Risikofaktoren.
Bereits einfache Maßnahmen zeigen messbare Effekte: „Schon ein täglicher zügiger Spaziergang kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken“, so Corina Madreiter-Sokolowski. Entscheidend sei jedoch die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining, um Muskeln, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System langfristig zu stärken.
Auch die Ernährung hat großen Einfluss auf den Alterungsprozess. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche und überwiegend pflanzliche Kost wirkt entzündungshemmend und unterstützt zentrale Stoffwechselprozesse. Chronische, niedriggradige Entzündungen, sogenannte „Inflammaging“-Prozesse, gelten als Mitverursacher vieler altersbedingter Erkrankungen.
Ebenso wichtig ist ausreichender Schlaf: Während der Nacht werden zelluläre Reparaturmechanismen aktiviert und schädliche Stoffwechselprodukte abgebaut.
Kleine Entscheidungen mit großer Wirkung
Auch alltägliche Gewohnheiten prägen die Gesundheit im Alter: Rauchen verkürzt die Lebenserwartung im Schnitt um etwa zehn Jahre. Für Alkohol gilt aus wissenschaftlicher Sicht: Eine unbedenkliche Konsummenge gibt es nicht.
Entscheidend sei ein evidenzbasierter Zugang: Maßnahmen sollten wissenschaftlich fundiert und individuell angepasst sein, erklärt Corina Madreiter-Sokolowski. „Healthy Aging bedeutet nicht, das Leben möglichst lange auszudehnen, sondern die gesunden Jahre zu verlängern.“






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