Graz Giants sind wieder Champions!

Technik, Taktik und jede Menge Körpereinsatz – ein KLIPP-Selbstversuch

Nach einer Durststrecke von 18 Jahren ist es den Graz Giants am vergangenen Wochenende gelungen, sich den elften Meistertitel der Vereinsgeschichte zu holen. In Maria Enzersdorf gewannen sie ein packendes Duell gegen den Grunddurchgangssieger Danube Dragons mit 16:14.

Head-Coach Stefan Pokorny: „Ich bin überglücklich, ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Ich freue mich riesig darüber, wie alles gelaufen ist. Es war eine harte Partie. Die ersten beiden Drives waren die Dragons hervorragend auf uns vorbereitet, danach haben wir uns angepasst. Am Ende des Tages zählt nur, dass wir es geschafft haben.“

Sich fühlen wie ein Muskelprotz

Wie viel Technik und Training hinter American Football eigentlich steckt, das hat KLIPP-Mitarbeiterin Isabella Hasewend vor einigen Jahren „am eigenen Körper“ bei den Graz Giants erleben dürfen. Entstanden ist folgende Reportage.

American Football – keine reine Männersache

Die glauben ja nicht wirklich, dass nur sie mit dem „Eierlaberl“ umgehen können, sage ich mir. Und bei den Graz Giants im Eggenberger Stadion zeigt man sich erfreut darüber, dass quasi ein Hauch von Frauenduft den Schweißgeruch in den Umkleidekabinen vergessen lässt.

Und von wegen alle American-Football-Spieler strotzen vor Kraft, sind muskelbepackt, hünenhaft und unüberwindbar. Da gibt’s sicher welche. Aber offensichtlich haben es Männer gern, wenn bei ihnen vieles größer erscheint, als es ist … kreisen meine Gedanken, als ich mich mit fürsorglicher Hilfe von Anna Grivas, von den Graz Giants Ladies, in die Football-Kluft quäle.

Alleine anziehen? Keine Chance!

Angefangen von einer Art Panzer für den Schulter- und Brustbereich, danach Schutzpolster für Oberschenkel, Schultern und Knie. Zuletzt noch den Dress übergezogen und schon erkenne ich mich selbst nicht wieder. Ich fühle mich richtig aufgeblasen. Und auch wenn wir Frauen anders proportioniert sind als die Herren der Schöpfung – diese ganzen Polster und Pads machen wirklich auch aus jedem Gnom einen richtigen „Kasten“. Da wird was vorgetäuscht, was viele gar nicht haben. Auch in meinem Fall.

Als Muskelprotz stolziere ich raus in Richtung Spielfeld. Mit Bällen kann ich seit meiner Jugend gut umgehen. Aber dieses spitz-ovale Laberl ist wirklich gewöhnungsbedürftig.
Kann doch nicht so schwer sein, dieses Ding zu werfen. Schwer getäuscht. Ich halte das „Eierlaberl“ – man verzeihe mir diesen Ausdruck – schon mal falsch, wie Anna mir gleich klarmacht. Ball werfen, Ball fangen – relativ schnell begreife ich, dass da viel an Technik und Training notwendig ist. Kabumm! Mit einem Kracher landet der Ball auf meinem Helm-Visier. Ohne wäre ich fürs Leben gezeichnet gewesen.

Unter meiner Football-Kluft beginne ich richtig zu schwitzen. Ich trage trotz meiner guten Kondition schwer an der schweren „Kampf-Montur“ und bin froh, als ich mich Richtung Kabine und Dusche verabschiede.

Doch am nächsten Tag bin ich schon wieder zurück in Eggenberg. Nein, nicht zum zweiten Versuch, sondern ich möchte mir erstmals ein Football-Match geben. Im ersten Heimspiel treffen die Giants auf die Prag Black Panthers. Und beim Kampf Mann gegen Mann wird mir klar: Ohne Schutzausrüstung wär’s einfach mörderisch ...

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