Wegbereiter des „Hoamat-Sounds“

Steirer mit Legendenstatus. Gert Steinbäcker – das erste S von STS – sorgt für Gänsehaut-Feeling am Wiener Donauinselfest

Heimspiel in Fürstenfeld ohne „Fürstenfeld“ im August

Um 22 Uhr betritt Gert Steinbäcker jüngst die Bühne am Wiener Donauinselfest. Und 80.000 Fans singen begeistert und lautstark mit, wenn er seine Hits wie „Großvater“, „Irgendwann bleib i dann dort“, „Kalt und kälter“ oder „Steiermark“ zum Besten gibt. Gänsehaut-Feeling. Songs, die alle aus seiner Feder stammen. Ein triumphaler Abend für den Steirer mit Legendenstatus – das erste S von STS.

Drei Stimmen, drei Gitarren und Geschichten aus dem Leben

Die Premiere am Donauinselfest hatte der heute 74-Jährige schon vor 42 Jahren – als STS, gemeinsam mit seinen Bandkollegen Günter Timischl und Schiffkowitz. Drei Stimmen, drei Gitarren, Geschichten aus dem Leben – erzählt in einer Sprache, die die Menschen verstehen. STS verbinden steirischen Dialekt mit Pop und Rock und machten damit einen Stil populär, der später als Austropop mit regionaler Prägung weiterwirkte. Und heute singen Musikerinnen und Musiker ganz selbstverständlich im Dialekt, ist die Popularität des sogenannten „Hoamat-Sounds“ ungebrochen.

Heimatgefühl, Fernweh und Sehnsucht

Der große Durchbruch von STS kam Mitte der 1980er-Jahre mit „Fürstenfeld“. Das Lied wurde weit mehr als ein Hit: Es wurde zum musikalischen Symbol für Heimatgefühl, Fernweh und die Sehnsucht nach dem Vertrauten. STS verkauften Millionen Tonträger und prägten über Jahrzehnte das Bild einer österreichischen Musik, die nicht international klingen musste, um erfolgreich zu sein.

Abschied im nächsten Jahr

Nach fast 40 Jahren Bandgeschichte und 2,5 Millionen verkauften Tonträgern verabschiedete sich STS im Jahr 2014 von der Bühne. Gert Steinbäcker war damals 61 Jahre alt. „Das war mir zu früh, auch wenn ich der Meinung bin, dass alles seine Zeit hat“, sagt er im Ö3-Pop-Podcast, „und das spüre ich jetzt, ich will mir mit 75 den Konzertstress nicht mehr antun.“ Im nächsten Jahr wird er noch jeweils vier Konzerte in Deutschland und Österreich spielen, bevor dann endgültig Schluss ist.

Letztes Heimspiel in Fürstenfeld

Aber ohne den Mega-Hit. Diesen schrieb Band-Kollege Schiffkowitz. Aus Rücksicht: „Er kann aus gesundheitlichen Gründen leider keinen Gastauftritt in Fürstenfeld absolvieren“, so Steinbäcker im Ö3-Pop-Podcast. Das T von STS, Günter Timischl, wird zumindest als Zuschauer am 22. August in Fürstenfeld dabei sein …


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