Immer mehr E-Scooter-Unfälle: 400 schwerverletzte Kinder

Alarmierend auch: Nur 17 Prozent der Verunglückten trugen Helm

Sie gehören für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag. Doch oft genügt schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und man verliert die Kontrolle über den E-Scooter. Es folgen Stürze mit Kopfverletzungen und Knochenbrüchen. Eine Studie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz zeigt das Ausmaß: Zwischen 2017 und 2025 wurden dort 392 Kinder und Jugendliche nach E-Scooter-Unfällen behandelt.

Besonders alarmierend: Nur 17 Prozent der Verunglückten trugen nachweislich einen Helm. Gleichzeitig zählen Kopf- und Halsverletzungen sowie Knochenbrüche zu den häufigsten Unfallfolgen.

Das Durchschnittsalter lag bei 12,8 Jahren, rund zwei Drittel der Verletzten waren Buben. Die überwiegende Mehrzahl der Unfälle war auf Stürze ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. Jeder zehnte Unfall ereignete sich bei einer Kollision mit einem Kraftfahrzeug. Insgesamt entfielen fast 95 Prozent aller Unfälle auf diese beiden Unfallarten.

„Kein harmloses Freizeitgerät“

Für Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, sind die Studienergebnisse aber weit mehr als eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme: „Sie zeigt deutlich: E-Scooter sind kein harmloses Freizeitgerät. Wir behandeln immer wieder Kinder mit schweren Kopfverletzungen, Knochenbrüchen oder Mehrfachverletzungen. Viele der schweren Kopfverletzungen würden durch einen Helm vermutlich weniger schwer ausfallen. Unser Ziel muss sein, dass Helmtragen bei E-Scootern genauso selbstverständlich wird wie beim Skifahren oder Radfahren.“

Prävention ist für Till ein wesentlicher Bestandteil moderner Kindertraumatologie. „Als Präsident des Vereins Große schützen Kleine ist es mir wichtig, dass diese Erkenntnisse nicht in einer Fachzeitschrift bleiben, sondern direkt in die Aufklärungsarbeit mit Kindern, Eltern und Schulen einfließen. Jede verhinderte Verletzung bedeutet weniger Leid für Kinder und ihre Familien.“

Neue E-Scooter-Regeln in Österreich

Seit 1. Mai 2026 gelten bei uns neue Vorschriften bei E-Scootern. Beginnend mit der Helmpflicht bis 16 Jahren. Weiters sind Klingel und Blinker verpflichtend und die Mitnahme weiterer Personen und Gütertransport sind verboten. Es gilt ein Mindestalter von 12 Jahren bzw. bereits ab 9 Jahren mit Radfahrausweis.

Es gelten die gleichen Regeln wie für Fahrräder – gefahren wird auf Radwegen oder der Fahrbahn, nicht auf Gehsteigen. Ein E-Scooter darf maximal 25 km/h fahren, höchstens 600 Watt haben und über keine Sitzvorrichtung verfügen. Die Alkoholgrenze ist 0,5 Promille.

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