Helmut Marko und seine Millionen mit der Formel 1

Wohlhabend war Helmut Marko, Sohn aus einer bürgerlichen Unternehmerfamilie in Graz, schon in jungen Jahren. Das erleichterte ihm seine Begeisterung für Autorennen und den Einstieg in den Motorsport doch um einiges. Aber erst durch den Bullenchef Didi Mateschitz eröffnete sich für Helmut Marko die Chance, am großen Geldkuchen der Formel 1 viele Millionen zu verdienen. Als Red-Bull-Motorsportchef, wie es hieß und er genannt wurde. „Vielleicht gewinnen wir den einen oder anderen Grand Prix“, stapelte der Red-Bull-Chef bewusst tief.
Dass es dann mit Sebastian Vettel vier Mal die Weltmeisterkrone der Formel 1 gab, auch die Nummer 1 in der Konstrukteur-Weltmeisterschaft, und mit Max Verstappen wieder vier Mal Red Bull der Mega-Abräumer aus dem Milliardentopf der Formel-1-Gelder war – das ist auch Helmut Marko zuzuschreiben. Das Gespür des „Doktor“ aus Graz für Talente, sein Wissen um den Motorsport, auch durch seine persönlichen Erfolge, seine harte Arbeit über die Jahre hindurch, trugen maßgeblich dazu bei.


Indirekt profitierte auch die Steiermark vom Erfolg Markos. Er war der stille Einfädler, Ermöglicher in der Anfangsphase bei der Übernahme des Rings durch Didi Mateschitz. So manche Hürde musste aus dem Weg geräumt werden, bis zur Rückkehr der Formel 1 im Jahre 2012 nach Spielberg.
Helmut Marko war es, der den Grazer Architekten Domenig für den neuen Ring und seine Bauten empfohlen hat. Das Hauptgebäude und die Haupttribüne in Form eines Heckflügels in Spielberg sind die Handschrift des Star-Architekten. Viele Abmachungen zwischen Didi Mateschitz und dem Land, zum Vorteil beider Seiten, kamen letztendlich auch unter Mitwirkung von Helmut Marko zustande.

Dabei ist Helmut Marko, der durch einen Steinschlag auf seinen Helm beim Grand Prix in Frankreich ein Auge verlor, alles andere als zugänglich. Selbst jene, denen der „Doktor“ (Marko studierte Jus) näherkommen will, zeigen sich nicht „ergriffen“ von seiner Art. Die, die mit Marko als Unternehmer Geschäfte machen, wollen oder auch mussten, zeigen sich meist noch weniger ergriffen von seinem Geschäftsverständnis.
Aber auch ein Niki Lauda, von seinem Auftreten her völlig anders als Marko, galt nicht als großzügig. Beim Geben und Nehmen tun sich so manche in der Formel 1 schwer. Könnte damit zusammenhängen oder darauf zurückzuführen sein, dass es in der Formel 1 um Hundertstel und Tausendstel Sekunden geht.

Letztendlich wird sich auch in diesem Jahr entscheiden, ob Helmut Marko und sein erfolgreicher Schützling Max Verstappen weiterhin ein Duo bilden oder nicht. Der WM-Titel ist für Verstappen nicht mehr in Griffweite. Toto Wolff wiederum macht kein wirkliches Geheimnis mehr daraus, dass er Verstappen ins Mercedes-Team holen möchte. Aber das war’s dann schon. Sollte Wolff den Bullen und damit Helmut Marko das Zugpferd ausspannen, nämlich den Holländer, dann wäre das dem Mercedes-Sportchef sicher eine Champagner-Dusche wert.
Natürlich wird auch spekuliert, ob der im nächsten Jahr 82-jährige Helmut Marko Red Bull adieu sagen würde als Sportberater. Nüchtern betrachtet: Wer lässt einen solchen stressigen, aber derart lukrativen, sinnstiftenden Job, die Millionen als Berater dafür, sausen – mit all seinen Annehmlichkeiten und dem Komfort, der ihm geboten wird –, solange er nur irgendwie das Heft in der Hand halten kann. Und jetzt, wo Teamchef Horner von Bord geht, werden die nächsten Wochen und Monate noch spannender.
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