80.000 „Chancen“ auf einen Alarm

Die neue Überwachungszentrale Steiermark ist nichts für schwache Nerven

Ob etwa in Graz eine Ampel ausfällt, im Tunnel ein Auto eine Panne hat, es einen Unfall gibt, Hochwasser in einer Unterführung droht oder im Winter es Glatteis gibt – das alles und noch viel mehr läuft in der neuen Überwachungszentrale Steiermark in Hausmannstätten bei Graz zusammen.

„Insgesamt etwa 80.000 sogenannte Datenpunkte und Funktionen laufen bei uns in der Zentrale zusammen, was 80.000 ,Chancen’ auf Alarm bedeutet“, erklärt Franz Zenz, Leiter des Straßenerhaltungsdienstes (STED) bei der Präsentation vor Journalisten. Überwacht werden Anlagen des ca. 5.000 km umfassenden steirischen Landesstraßennetz mit 26 Straßenmeistereien. Und zwar 230 Ampelanlagen, davon 110 allein in der Stadt Graz, 59 Wetterkameras, 39 Pumpstationen und Gewässer-Schutzanlagen, 21 Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund 23 Kilometern, 7 Glatteis-Warnanlagen, 2 Verkehrsmanagement-Systeme (Landespolizeidirektion Graz und Straßenmeisterei Leoben) sowie 1 Lawinenradar am Grimming. All das wird auf rund 48 Bildschirmen überwacht.

Klar daher, dass für die lückenlose Überwachung in dieser neuen „Kommandozentrale“ in Summe zehn Mitarbeiter benötigt werden. Jeweils zwei Kollegen arbeiten im Schichtbetrieb, damit alles rund um die Uhr und 365 Tage überwacht werden kann. „Bei Neuanstellungen versuchen wir E-Techniker für den Job zu begeistern“, so Franz Zenz. „Diese können dann auch Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie Instandhaltungsmaßnahmen durchführen. Das macht uns flexibel und spart Geld.“

Apropos Geld: Rund eine Million Euro hat das Land in die Um- bzw. Aufrüstung investiert. „Damit heben wir unseren Straßenerhaltungsdienst technisch auf neue Standards“, so Verkehrsreferent und LH-Stv. Anton Lang. Landesbaudirektor Andreas Tropper bringt weitere Aspekte ins Spiel: „Über ein Monitoring können wir quasi auf Knopfdruck zum Beispiel den Energieverbrauch der verschiedensten Anlagen und Komponenten abrufen, Vergleiche ziehen und damit auch aktiv ein Energiemanagement betreiben. Aufgrund von Meldungen wie Staus oder Unfällen erfolgt auch ein Verkehrsmanagement.“

In der neuen Überwachungszentrale reagiert man binnen Sekunden. So wird zum Beispiel eine Pumpe einfach mittels Mausklick eingeschaltet, wenn eine Unterführung zu überfluten droht. Oder werden Einsatzkräfte verständigt, wenn es einen Unfall gegeben hat. Wobei ein wesentlicher Aspekt auch das Thema IT-Sicherheit darstellt. Da jedes System eigenständig arbeitet, ist man auch gegen Hacker-Angriffe besser geschützt. Außerdem wird ein eigener Netzwerktechniker, der für die IT-Security zuständig sein wird, die Mannschaft verstärken.

Projektleiter Christian Schantl gibt Einblick, was sich täglich so abspielt: „Im Jahr 2021 gingen insgesamt 63.500 Meldungen wie Störungen, Staus oder Auslösen der Höhenkontrolle ein, was täglich 170-mal ,Alarm’ bedeutet. Also nichts für schwache Nerven.“

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