Schon jeder zweite Neuwagen ist ein SUV

VCÖ fordert bessere EU-Vorgaben für Hersteller, damit mehr sparsame Modelle auf Markt kommen

15.146 SUV und Geländewagen wurden im Vorjahr in der Steiermark neu zugelassen. Mit 46,7 Prozent war der SUV-Anteil an den Neuwagen so hoch wie noch nie, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Allein seit dem Jahr 2015 hat sich der SUV-Anteil bei Neuwagen fast verdoppelt.

Sechs von zehn Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei E-Pkw sind es in der Steiermark sogar drei Viertel. Innerhalb der Steiermark ist in Leoben der SUV-Anteil mit 35 Prozent am niedrigsten, vor dem Bezirk Murtal mit 42 Prozent. Der Bezirk Liezen hat mit fast 63 Prozent den höchsten SUV-Anteil. Was österreichweit auffällt: Mit Ausnahme des Bezirks Liezen hat Wiens Innere Stadt mit 54 Prozent einen höheren SUV-Anteil als die steirischen Bezirke und einen höheren Anteil als beispielsweise der Tiroler Bezirk Kitzbühel (47 Prozent), wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Nach Antrieben haben in der Steiermark die Verbrenner den größten Anteil an SUV mit fast 42 Prozent, bereits rund 22 Prozent der SUV sind Elektro-Autos, weitere zwölf Prozent sind Plug-In-Hybride, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Plug-In-Hybride haben zusätzlich zum Verbrennungsmotor eine mit Stecker ladbare Batterie. Bei keinem anderen Antrieb ist der Anteil der SUV so hoch wie bei Plug-In-Hybriden. Bereits drei Viertel der in der Steiermark neuzugelassenen Plug-In-Hybride sind SUV, informiert der VCÖ.

Ein aktueller Bericht des Europäischen Rechnungshofs zeigt, dass der reale CO2-Ausstoß der Plug-In-Hybride mit durchschnittlich 139 Gramm pro Kilometer mehr als dreimal so hoch ist wie die im Labortest ermittelten Herstellerangaben. „Die Kaufförderung für Plug-In-Hybride ist aus Umweltsicht nicht gerechtfertigt“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest.


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SUV haben einen höheren Verbrauch als vergleichbare herkömmliche Modelle. Das betrifft auch die Kompakt SUV. Auch bei kleineren SUV macht sich ein Mehrverbrauch im Vergleich zu einem vergleichbaren herkömmlichen Modell bemerkbar. Beispielsweise führt 1 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern zu einem zusätzlichen Spritverbrauch von 150 Litern, was zu Mehrkosten von rund 250 Euro und einem zusätzlichen CO2-Ausstoß von rund 370 Kilogramm führt. Wird das Auto zwölf Jahre gefahren, summiert sich das auf 1.800 Liter zusätzlichen Spritverbrauch, rund 3.000 Euro zusätzliche Spritkosten und rund 4.500 Kilogramm mehr CO2.

Die Zunahme von Gewicht und Motorstärke der Neuwagen hat dazu geführt, dass der reale Spritverbrauch und CO2-Ausstoß der in der EU neuzugelassenen Verbrenner-Neuwagen noch immer so hoch ist wie im Jahr 2010.

Auch bei E-Pkw ist SUV-Anteil hoch

Sechs von zehn der im Vorjahr in der Steiermark neuzugelassenen Elektro-Autos sind SUV, wie die VCÖ-Analyse zeigt. „Auch bei Elektro-Autos haben SUV einen höheren Verbrauch. Die großen SUV haben zudem eine größere Batterie, was die Gesamtumweltbilanz verschlechtert. Und je schwerer ein Auto ist, umso größer ist der Reifenabrieb, was wiederum die Belastung durch Mikroplastik erhöht“, weist Lina Mosshammer auf die Folgen hin.

Der VCÖ fordert bessere Vorgaben auf EU-Ebene für die Autohersteller. „Ein zu hoher Energieverbrauch belastet die Umwelt und auch die Bevölkerung, weil durch den höheren Verbrauch auch die Kosten steigen. Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu setzen, damit die Hersteller im Interesse von Bevölkerung und Umwelt mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen. Es wäre falsch die Verantwortung auf Konsumentinnen und Konsumenten abzuwälzen. Das Angebot bestimmt die Nachfrage“, stellt Lina Mosshammer fest. Der VCÖ fordert nach Vorbild der CO2-Grenzwerte einen Energieverbrauch-Grenzwert für Elektro-Autos.

Laut Umweltbundesamt verursacht ein E-Pkw mit einem Gewicht von rund 2.100 Kilogramm im Schnitt in der Gesamtbilanz fast doppelt so viel CO2 pro Fahrzeugkilometer wie ein kleinerer E-Pkw mit einem Gewicht von rund 1.300 Kilogramm. Der Stromverbrauch beim Fahren ist im Schnitt um rund zwei Drittel höher.

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