Jeder dritte Unfall durch Ablenkung
Land Steiermark, Polizei und KFV starten Schwerpunktkampagne
Am Handy tippen, telefonieren, Social Media checken, Nachrichtenschreiben, intensive Gespräche mit dem Beifahrer bis hin zum Essen oder Ablenkung durch Werbung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
Im Jahr 2025 ereigneten sich in der Steiermark 1.777 Ablenkungsunfälle. Dabei wurden 2.084 Personen verletzt, 21 Menschen verloren ihr Leben.
Damit ist Unachtsamkeit/Ablenkung für rund 30 Prozent aller Verkehrsunfälle im Land verantwortlich – Tendenz steigend! So die Botschaft bei der heutigen Pressekonferenz in Graz. Es brauche verstärkt präventive Maßnahmen, fordert Christian Schimanofsky, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).
Besonders auffällig und alarmierend
Rund 15 Prozent aller Verunfallten bei Ablenkungsunfällen in der Steiermark sind zwischen 15 und 19 Jahre alt. Daher setzt die Steiermark auf Bewusstseinsbildung mit einer Schwerpunktwoche – um gezielt Jugendliche der 7. bis 9. Schulstufe zu sensibilisieren.
Hautnah im Selbstversuch erleben
Rund 480 Schülerinnen und Schüler nehmen an der Aktion teil. Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Parcours mit verschiedenen Stationen. Darunter die neue „270-Grad-Safety-Box“, wo Jugendliche im Selbstversuch hautnah erleben, wie schnell die Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führt.
Die Jugendlichen bewegen sich auf Fahrrad, Scooter oder Laufband, werden via Kopfhörer mit Musik „beschallt“ und müssen von „ihrem“ Smartphone Texte vorlesen, die Konzentration erfordern. Derart abgelenkt gilt es, mögliche Gefahren im Verkehr schnell zu erkennen und auf einen Buzzer zu drücken. Eine Challenge, die nur wenige fehlerfrei schaffen.
Das oberste Gebot im Straßenverkehr, zu jeder Zeit gültig: Höchste Aufmerksamkeit! Nicht im „Blindflug-Modus“ unterwegs sein. Weder zu Fuß, noch auf dem Scooter oder Fahrrad. Und schon gar nicht später als Lenker eines Kraftfahrzeuges. „Das Verfassen einer kurzen Textnachricht dauert etwa fünf Sekunden. Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 km/h sind das etwa 70 Meter im Blindflug“, verdeutlicht KFV-Direktor Christian Schimanofsky die Tatsache, dass Multitasking (mehrere Dinge gleichzeitig tun) im Straßenverkehr schlichtweg einfach nicht funktioniert.









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