Gerhard Zeilers Läuten der „Totenglocke“ war entscheidend
Es sei ein mühevoller Kompromiss gewesen, sagt der steirische SPÖ-Chef Max Lercher gegenüber Radio Steiermark, nach der gestrigen Entscheidung bei der SPÖ über die künftige Neuausrichtung der Partei. Er hätte sich da und dort auch mehr gewünscht, sagt Lercher. Man habe aber Klarheit geschaffen, es brauche allerdings noch mehr. Er sieht eine große Aufgabe der Partei darin, das verloren gegangene Vertrauen der Wählerinnen und Wähler wieder herzustellen. Man müsse sich weniger um die eigenen Befindlichkeiten und mehr um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung kümmern.
Er, Lercher, hält das Ergebnis vom Sonntag für eine „absolute Vorzeige-Lösung, aber es war unter den gegebenen Rahmenbedingungen der einzig machbare Schritt, um den Dauerkonflikt und die Blockade innerhalb der SPÖ zu beenden.“ Der mühevolle Kompromiss sei zumindest eine Chance, um die von den Landesparteivorsitzenden hart erarbeiteten Brücken zu erhalten und der SPÖ wieder Ordnungs- und Handlungsfähigkeit zu geben. Und sich „nicht weiter mehr mit Egos und Befindlichkeiten zu beschäftigen.“
Der Leobner Bürgermeister Kurt Wallner meint gegenüber der „Kleinen Zeitung“ in einer ersten Reaktion zur neuen Dreierspitze der Bundespartei: „Man wird sich was dabei gedacht haben.“ Es sei von Anfang an klar gewesen, dass man Andreas Babler einen gesichtswahrenden Abgang bescheren wollte. „Auch Markus Marterbauer als beliebtestes Regierungsmitglied in die Lösung einzubinden, klingt vernünftig.“ In Bezug auf die Rolle von Eva-Maria Holzleitner und SPÖ-Klubobmann Philip Kucher zeigt sich Wallner reserviert. Da gelte es, abzuwarten, bis Details erkennbar sind.
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„Totenglocke“ geläutet
Es ist wieder typisch SPÖ. Da wird Gerhard Zeiler mit keinem Wort erwähnt. Es war absehbar, dass er als selbsternannter Kandidat für den Parteivorsitz nicht die nötige mehrheitsfähige Unterstützung haben wird. Ich denke, dass auch er als Kenner der Sozialdemokratie dies schon bei seiner ersten Wortmeldung bewusst einkalkuliert hat. „Einer muss ja der erste sein.“ Und – logischerweise in tiefer Sorge um die SPÖ – bewusst erstmals die „Totenglocke“ läutete und damit die Partei-Obersten endlich geweckt hat. Es liegt klar auf der Hand, dass die SPÖ als ehemalige Großpartei bei der nächsten bundesweiten Wahl schon eine „Ohne-Volk-Partei“ sein wird. Ähnliches blüht auch der ÖVP. Ohne tiefe, inhaltliche und personelle Schnitte und eine klare Vision für ihre potenziellen Wähler gibt’s keine gute Zukunft. Nur gegen die FPÖ zu sein, war immer zu wenig.
JL









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